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Rückschau 2010 "Marienglas" (Dorfkirche Riehen, 31. Oktober, Gemeinschaftsprojekt mit Kunst in Riehen) – konzertante Aufführung der Kammeroper von Beat Gysin nach Franz Kafkas Roman "Das Schloss". Musikalische Leitung Jürg Henneberger. Im anschliessenden von Valentin Herzog moderierten Gespräch mit dem Komponisten und dem Philosophen Hans Saner werden wichtige Elemente des musikalisch-philosophischen Konzepts deutlich gemacht, das dieses avantgardistische Werk geprägt hat. Ingeborg Kaiser (11. November im Kellertheater) feiert mit der ARENA ihren 80. Geburtstag. Im Gespräch mit Valentin Herzog werden wichtige Stationen ihres Lebens und ihres literarischen Schaffens angesprochen und durch kurze Textpassagen illustriert. Dann liest die Autorin, immer wieder von Fragen oder Anmerkungen des Moderators unterbrochen, Lyrik und Prosa aus dem zu ihrem Jubiläum im OSL Verlag erschienenen Band "gegen abend oder später". Otto Zumoberhaus ( 23. November, Kellertheater, Einführung Edith Lohner), der Autor des grossartigen Familienepos "Am Schattenberg" (in der ARENA am 10. März dieses Jahres) führt das Publikum des Kaleidoskops in der ARENA in die Welt seiner heimatlichen Sprache ein. Mit Erzählungen, Gedichten, Limericks und klugen Exkursen machte er seine Zuhörerschaft auf die klanglichen Reize und vor allem auch auf den unglaublichen Variantenreichtum seines Heimatdialekts aufmerksam, den die Walliser selber als "Schlächt-Ditsch" (im Gegensatz zum "Guet-Ditsch", der Schriftsprache) bezeichnen. An die Lesung schlossen sich beim Apéro im Foyer des Kellertheaters lebhafte Diskussionen und Gespräche an. Lea Gottheil ("Sommervogel"), Julia Blesken ("Ich bin ein Rudel Wölfe") und Julia Gäbel ("Pitys Blues") sind die Finalistinnen im Wettbewerb um den Hirzen Buchpreis 2010 (12. September im Hirzenpavillon), der von der ARENA durch Ausrichtung zweier Anerkennungspreise, durch Werbemassnahmen und durch die Delegation ihres Präsidenten in die Jury mit getragen wurde. Der Preis wird im Rahmen eines aufwendigen, aber nach unserer Meinung eher missglückten Events an Lea Gottheil (Gast der ARENA am 19. 1. dieses Jahres) verliehen. Die ARENA wird sich künftig nicht mehr an der Vergabe dieses Preises beteiligen. Johann Peter Hebel (26. August im Kellertheater). Zur Saisoneröffnung und zum zwanzigjährigen Jubiläum des Kaleidoskops liest Urs Allemann zwei der grossen alemannischen Gedichte und eine Anzahl wenig bekannter Texte aus den Kalendergeschichten, wobei es ihm darum geht, J. P. Hebel in seinem 250. Geburtsjahr als genialen Spieler zu zeigen und auch seine Affinität zu Grausamkeit und Gewalt nicht zu verschweigen. Er belegt seine These, derzufolge "das Spiel die Gewaltphantasien poetisch handhabbar" mache, mit klug gewählten Texten, die die zahlreichen Zuhörer konsequent auf die apokalyptischen Visionen des Gedichtes über die "Vergänglichkeit" ("Gespräch auf der Strasse nach Basel zwischen Steinen und Brombach") vorbereiteten.Anschliessend werden das Kaleidoskop und Edith Lohner mit einem reichen Apéro gefeiert. Brabara Traber (8. Juni, Kellertheater, Einführung Edith Lohner) liest kürzere und – auszugsweise – längere Geschichten, die zwar in berndeutscher Mundart verfasst sind, vorwiegend aber von weiten Reisen und fremden Ländern sprechen. Zwischendurch reflektiert die Autorin über das Verhältnis, das sie als Schreibende zu Mundart und Schriftsprache hat. Beide Sprachebenen beherrscht sie, der Dialekt aber liegt ihr eindeutig mehr am Herzen. Der Titel ihrer jüngsten Publikation "Geng no unterwägs" beweist es. Markus Ramseier (11. Mai, Kellertheater, Einführung Katja Fusek) liest aus seinem neuen Erzählband "Licht" kurze, z. T. sehr kurze Texte, deren Funktion es ist, eine bestimmte Person, meist einen Aussenseiter, einen gesellschaftlich benachteiligten Menschen so lange zu fokussieren, bis in seiner Erscheinung, seinem Verhalten, seinen Äusserungen bemerkenswerte Züge dieser einen Existenz erkennbar werden. Das kann wenige Zeilen beanspruchen, aber auch einige Seiten. Klug gesetzte Kommentare öffneten der konzentrierten Zuhörerschaft den Zugang zu diesen nicht immer ganz leichten Texten. Wolfgang Bortlik (20. April, Kellertheater, Einführung Rosmarie Schürch und Elke Müller) liest aus seinem satirisch-sarkastischen Kriminalroman "Fischer hat Durst" geschickt ausgewählte Passagen, die ein plastisches Bild des an allen Fronten gescheiterten Literaten Fischer zeichnen, böse Seitenhiebe auf den Kulturbetrieb einer ungenannten Stadt am Rheinknie erlauben und dem Autor Gelegenheit geben, einige der 60erjahre-Songs aus dem musikalischen Fundus seines Helden mit seiner ausdrucksvoll gestaltenden Stimme und der Gitarrenbegleitung seines Freundes Gogo Frei vorzutragen. Otto Zumoberhaus (10. März, Kellertheater, Moderation Valentin Herzog) liest aus seinem Erstlingsroman "Am Schattenberg", einer sprachmächtigen, meisterhaft komponierten Familien-, Dorf- und Sozialgeschichte aus dem Oberwallis. deren figurenreiche, streng miteinander verhaftete Episoden um die Zentralfigur eines gewissen Christian Zenthelen (1830-1928) gruppiert sind. Im Gespräch gab der Autor Aufschluss über seine Quellen, über das Verhältnis von Realität und Fiktion, über seine Erfahrung mit dem Lektorat und verschiedenen Verlagen. In der Presse wird Zumoberhaus verschiedentlich als "Gotthelfs katholischer Enkel aus dem Wallis" bezeichnet. Lese '10 (28. Januar, Kellertheater) Regula Düggelin, Leiterin des Fachausschusses Literatur BS/BL, begrüsst fünf Autorinnen und Autoren, die im vergangenen Jahr Förderbeiträge für ihre Arbeit erhalten haben, nämlich: Wolfgang Bortlik für "Fischer hat Durst", Irena Brežnà für "Auf der Sprachfähre", Martin K. Menzinger für "Spalten", Verena Stössinger für "Leben und Sterben lassen", Daniel Zahno für "Alle lieben Alexia". Die Autoren werden von Anne Schöfer und Jürg Seiberth vorgestellt und lesen jeweils ein Muster aus ihren Projekten. Bemerkenswert: Vier der fünf Autoren waren schon ein- oder mehrmals zu Gast in der ARENA. Lea Gottheil (19. Januar, Kellertheater, Einführung Katja Fusek) liest aus ihrem faszinierendenb Erstlingsroman "Sommervogel", der das Leben einer Frau erzählt: Jugend in der Vorkriegs- und Kriegszeit in einem abgelegenen Dorf im Bündnerland, nach dem Tod des Vaters soll sie die Mutter betreuen, emanzipiert sich aber, findet in Zürich künstlerische Berufsmöglichkeiten und einen sehr liebevollen Mann, und dennoch misslingt ihr Leben irgendwie. Während einer langwierigen Krebsbehandlung erinnert sie sich an die früheren Stationen ihres Daseins. Rückschau 2009 Meta Fischer-Luchetta (24. November im Kellertheater, Kaleidoskop, Einführung Edith Lohner): Unter dem Motto "Z'Rieche – hüt und doozmool, Gschichte vo doo und döört" liest die seit 40 Jahren in Riehen lebende Autorin, seinerzeit Mitbegründerin des Kaleidoskops, Texte, die in freundlich besinnlicher Art von einer Kindheit in Riehen erzählen, von Eigenheiten des "Dorfes", von der Chrischona, aber auch von verschiedenen Reisen, von einem Essen in Paris, einer amüsanten Begegnung in Rom … Das in ungewöhnlich grosser Zahl erschienene Publikum dankt der Autorin mit lebhaftem Applaus. Claudia Gabler (3. November im Kellertheater, Moderation Valentin Herzog). Die Lyrikerin, Hörsiel- und Theaterautorin Claudia Gabler arbeitet mit streng formulierten "Textflächen", mit überraschenden Brüchen und Monologen, die sich beim konzentrierten Zuhören nach und nach zu aufschlussreichen Dialogen verweben. Offen und locker spricht sie über ihre Arbeit, über die Schwierigkeiten mit Hörspielen, die ohne ihr Zutun in einem Studio realisiert werden und über die Möglichkeiten einer integrierten "Autorenproduktion". Urs Allemann (22. Oktober im Kellertheater): Horch, ein Schrank geht durch die Nacht (Kellertheater). 55 komische Gedichte aus der deutschen Literatur hat Urs Allemann für diesen genussreichen und perfekt gestalteten Abend eigens für die ARENA zusammengestellt, knapp und witzig kommentiert und einem ansehnlichen Publikum vorgeführt. Das Spektrum reicht vom Barock bis zur Gegenwart und umfasst Parodien, Satiren, Reim- und Wortspiele, reinen Humor und gekonnten Nonsense. Franco Supino (24. September im Kellertheater, Einführung Lea Meier): Unter dem Stichwort "Das andere Leben" präsentiert der Autor seinen biographischen Roman über Leben und Sterben des vergessenen Schweizer Dramatikers Caesar von Arx. Ein gut gestalteter, lebendig und intelligent gestalteter Abend. Frank Wedekind (3. September, 20.00 Uhr im Kellertheater): Annäherung an einen unbequemen Autor. Eva Hilbck und Valentin Herzog entwerfen mit Texten, Briefen, Gedichten, Liedern, Erzählungen und einer Szene aus "Erdgeistgeist" ein facettenreiches Bild des ebenso vielseitigen wie schwierigen Autors. Musikalische Begleitung: Sylvia Herzog-Cherbuin. Zu dieser Saisoneröffnung erscheint das traditionelle ARENA Heft (Nr. 10) mit einem biographischen Essay über Wedekind von V. Herzog und dem üblichen Jahresbericht 2008 Judith Giovannelli-Blocher (12. Mai im Meierhof, Einführung und Moderation Kathrin Eckert) liest aus ihren letzten beiden Büchern "Das Glück der späten Jahre" und "Woran wir wachsen". Ihr Ziel ist es, das "negative Bild vom Alter aufzubrechen" und darzustellen, dass Alter zwar mancherlei Verzicht bedeutet – "Verzicht gehört zum Leben" – aber auch neue Erfahrungen und Einsichten bringt. Ernst Burren (23. April im Kellertheater, Kaleidoskop, Einführung Edith Lohner) liest kurze Geschichten aus seinen letzten drei Büchern "Chrüzfahrt", "Blaui Blueme" und "Füürwärch". Es sind hintergründige Geschichten, die sich vergnüglich anhören, aber, wenn man zwischen den Zeilen liest, die Gedanken- und Gefühlswelt des Bünzlitums heftig kritisieren. Regina Ullmann ist auch der zweite Teil des Gemeinschaftsprojekts gewidmet: In einer szenisch perfekt arrangierten Textmontage unter dem Titel "Ich bin von anderm Holze, Gott weiss warum" vergegenwärtigen Pia Waibel, Graziella Rossi und Helmut Vogel am 31. März im Literaturhaus Basel das Leben der vergessenen Dichterin. Sie stützen sich dabei weitgehend auf den Roman von Eveline Hasler, den sie mit einigen Texten von Ullmann selber und von Charles Linsmayer ergänzen. Glücklicherweise gibt es kaum Überschneidungen mit der Lesung Hasler. Auch diese Veranstaltung ist sehr gut besucht. Im Rahmen der alljährlichen Gemeinschaftsveranstaltung mit dem Literaturhaus Basel liest Eveline Hasler (26. März, Einführung Elke Müller) aus ihrem Roman „Stein bedeutet Liebe“, in dem es um die folgenschwere Begegnung zwischen der scheuen Autorin Regina Ullmann und dem chaotischen Freud-Schüler Otto Gross geht. Eveline Hasler bringt dem zahlreich erschienenen Publikum die von neuen Ideen brodelnde Atmosphäre im Künstlerviertel Schwabing kurz vor dem ersten Weltkrieg auf eine sehr lebendige und lockere Art näher und gewährt einen spannenden Einblick in ihre Schreibwerkstatt. Lukas Hartmann (10. März im Kellertheater, Einführung Valentin Herzog ) stellt seinen eben erschienenen Roman "Bis ans Ende der Meere" vor. Er zeichnet in der Lesung mit klug ausgewählten, durch sorgfältig gestaltete Zwischenbemerkungen verbundenen Textpassagen vor allem das Bild seiner Hauptfigur, des Malers John Webber, als offizieller Expeditionszeichner an James Cooks dritter Weltumsegelung (1776-80) teilnahm, das offizielle Bild der Expedition zu liefern hatte und sich nur in seinem (fiktiven) Tagebuch dagegen aufzulehnen wagte. Irena Brežnà (12. Februar im Kellertheater, Einführung Katja Fusek) liest aus ihrem Roman "Die beste aller Welten", der die geselslchaftlichen Verhältnisse in der kommunistischen Tschechoslowakei Ausgang der 50er Jahre aus der Sicht eines Mädchens schildert, das lernen muss, dass man im Elternhaus, im Hof mit den Spielkameraden, in der Schule … jeweils eine ganz andere Sprache zu sprechen, an ganz andere Ideale zu glauben hat. Rückschau 2008
ARENA-Salon (3. Dezember im Kellertheater, Moderation Katja Fusek). Ingeborg Kaiser und Valentin Herzog stellen an einer salonartig zwanglosen Veranstaltung ihre neuen Bücher gegenseitig vor, lesen daraus und unterhalten sich über ihre literarische Arbeit: Kaisers Gedichte ("matou") sind einer Katze gewidmet, die zwanzig Jahre lang das Leben der Autorin begleitete. Herzogs Erzählungen ("Alifas Zeichen") setzen Eindrücke und Beobachtungen literarisch um, die er während langer Aufenthalte in Marokko gesammelt hat. Die etwas improvisierte und nicht sehr glücklich terminierte Veranstaltung ist ordentlich besucht. Gabrielle Alioth (27. November im Kellertheater, Einführung: Rosmarie Schürch) stellt ihren neuen Roman "Die Braut aus Byzanz" vor. Alioth erzählt von der byzantinischen Prinzessin Theophanu, die im Jahr 972 als künftige Gattin Kaiser Ottos II. nach Westen geschickt wird, am noch reichlich barbarischen, ständig herumziehenden Kaiserhof einen schweren Kulturschock erlebt, sich aber trotzdem klug, mutig und energisch gegen Vorurteile und Feinde zu behaupten vermag. Die Autorin informierte sehr konzentriert über Genese und Konzept des Buches und las eindrucksvolle Textpassagen. (Guter Besuch.) Richard Ehrensperger(6. November im Kellertheater, Kaleidoskop, Einführung Edith Lohner) liest "Züritüütschi Täggscht", darunter auch einige Sonette zu (projizierten) Bildern aus seinen Skizzenbüchern. Die Texte des ehemaligen Primarlehrers sind meist autobiographisch gefärbt und fangen gewisse Szenen aus dem dörflichen Alltag ein, bald humorvoll, bald beklemmend wie die Erinnerungen an die Begegnung mit russischen Internierten während des letzten Weltkriegs. Umrahmt wird die Lesung vom intensiven Harfenspiel der Vorarlbergerin Veronika Ehrensperger, die auch Elemente der Volksmusik und des Jazz in ihre Musik integriert und so einen spannungsreichen Rahmen, teilweise auch dichte Hintergründe für Ehrenspergers Erzählungen und Gedichte schafft.
Jiddische Liebeslieder (22. September im Kellertheater – Organisation Lea Meier): Prof. Astrid Starck gibt eine knappe Einführung in das Wesen des jiddischen Volkslieds und seine Stellung innerhalb der jiddischen Kultur; dann trägt der Chor ihrer Studenten mit spürbarer Begeisterung zehn Liebeslieder vor, deren Inhalte dem Publikum jeweils von dem so locker wie präzis agierenden Sprecher Harald Weber in einem virtuosen Gemisch aus Jiddisch und Schriftdeutsch vermittelt worden sind. Susanne-Louise Ganzoni (Akkordeon), Kaspar Wildberger (Klarinette) und drei Violinen begleiten und stützen den Gesang. Das Publikum, das das Kellertheater buchstäblich bis zum allerletzten Platz gefüllt hat, klatscht anhaltenden Beifall. ARENA-Lyrikpreis ( 7. September 2008, im vollbesetzten Lüschersaal – Moderation Valentin Herzog, Organisation Urs Allemann): Endrunde des Wettbewerbs um den ARENA-Lyrikpreis. Die aus Urs Allemann, Wolfgang Bortlik, Rudolf Bussmann, Ingeborg Kaiser, Birgit Kempker und Kathy Zarnegin) bestehende Fach-Jury hatte aus über hundert anonymisierten Einsendungen neun Lyrikerinnen und Lyriker für dieses öffentliche Wettlesen ausgewählt: Andrea Graf, Joanna Lisiak, "Satz & Pfeffer" (= Judith Stadlin und Michael van Orsouw), Andreas Saurer, Monika Schnyder, Michael Stauffer, Markus Stegmann und Brigitte Tobler. Nach jedem einzelnen Auftritt wurden die Texte von allen Jurymitgliedern in kritischen Statements gewürdigt. Nach rund zwei Stunden schritten Jury und Publikum zur Abstimmung über die zu vergebenden (von der Stiftung homo ludens, dem Fachausschuss Literatur BS-BL und der Gemeinde Riehen gestifteten) Preise.
Annemarie Schwarzenbach II (23. Mai im Literaturhaus Basel – zweiter Teil des Gemeinschaftsprojekts): Alexandra Lavizzari präsentiert und diskutiert ihr eben erschienenes Buch über die leidenschaftliche Begegnung zwischen Schwarzenbach und Carson McCullers im New York des Jahres 1940. Ingeborg Kaiser (29. April im Kellertheater, Einführung: Valentin Herzog) liest zum ersten Mal öffentlich aus ihrem soeben im OSL Verlag erschienenen Roman "Alvas Gesichter", einem bestürzenden Dialog zwischen einer realen Erzählerin, die im Tessin Geschichten für ihren Enkel schreiben will, und der namenlosen Alkoholikerin, die sich mit ihren Bekenntnissen rücksichtslos in die eher beschauliche Existenz der Schriftstellerin drängt. Arnold Spescha und Mevina Puorger (8. April im Kellertheater – Kaleidoskop) lesen Gedichte aus Speschas eben erschienenem Band "Ei dat ils muments da pass lev – Zeiten leichtfüssigen Schritts" und diskutieren miteinander – und mit dem Publikum – über die Möglichkeiten des Rätoromanischen Schreibens und insbesondere auch über die Schwierigkeit, lyrischer Texte aus dem klangreichen Sursilvan (Speschas Sprache) in das so viel härtere, aber auch präzisere Deutsch zu übertragen. Bemerkenswert: Spescha fühlt sich immer wieder veranlasst, die deutschen Formulierungen, die seine Übersetzerin Puorger gefunden hat, gegen deren eigene Sprachskepsis zu verteidigen. Joachim Ringelnatz (13. März im Kellertheater): Eva Hilbck und Valentin Herzog geben einen Überblick über die bewegte Biographie und einen Querschnitt durch das dem Dadaismus nehestehende lyrische Schaffen des vor 125 Jahren geborenen Dichters. Neben die autobiographischen Texte ("Mein Leben bis zum Kriege" und "Als Mariner im Krieg") treten die fulminant sprachspielerischen Gedichte ("Vom Seemann Kuttel Daddeldu", "Seemannstreue", "Das Terrbarium" u. v. a.), die meist in dramatisch inszeniertem Stimmwechsel vorgetragen werden. Das Publikum im bis zum letzten Platz besetzten Kellertheater dankt mit ungewöhnlich heftigem Applaus und grossen Komplimenten. Elisabeth Binder (29. Januar im Kellertheater, Einführung Valentin Herzog) las aus ihrem jüngsten Roman "Orfeo", der die Wiedeerbegegnung eines seit vierzig Jahren getrennten Paares vor dem Hintergrund der Lagunenstadt Venedig und mit mancherlei Bezügen zum antiken Orpheus-Mythos erzählt. Rückschau 2007Christian Schmutz (30. Januar, Einführung Edith Lohner, Kaleidoskop) erläutert die Eigenheiten des "Senslerdeutschs", also des im deutschsprachigen Teil des Kantons Freiburg – im Sense-Bezirk – gesprochenen Dialekts, der nicht nur durch eigentümliche Wörter wie "Bärisou" (=Parasol, Regenschirm), sondern auch durch seine eigenwillige Lautung auffällt: "Gschicht" wird zu "Gschücht", "Baum" zu "Boom" usw. Ausserdem las er drei lokale Sagen und eine eigene Geschichte. Urs Allemann (15. Februar 2007) Robert Walser – Urs Allemann (15. Februar): Für diese Lesung unter dem Motto "Der ungeliebte Verslimacher" hat der Lyriker, Kritiker und Rezitator Urs Allemann rund dreissig der un- und verkannten Gedichte Robert Walsers ausgewählt, kommentiert und wunderbar vorgetragen, so dass ein ganz neues Bild eines eigenwilligen, widerborstigen, freiwillig komischen und stark von Dada beeinflussten Dichters entstand und sich den erfreulich zahlreichen Zuhörern unvergesslich einprägte. Lukas Hartmann (6. März, Einführung Valentin Herzog): "Die letzte Nacht der alten Zeit", Hartmanns vierter Roman zur Geschichte der Schweiz, schildert den Untergang der alten Eidgenossenschaft (März 1798) aus der Perspektive des Berner Schultheissen Steiger, seines Adjutanten Dubi und der Magd Maria. So überlegen und gekonnt der Autor die dramatischen Ereignisse auf diese drei Protagonisten konzentriert und von ihnen her wieder spannungsreich auffächert, so perfekt gestaltet er auch seine Lesungen. Serhij Zhadan, Ljubko Deresch und Oksana Sabuschko (20. März, Gemeinschafts-veranstaltung mit dem Literaturhaus Basel. Moderation Ilma Rakusa – im Literaturhaus): Die drei Autoren vertreten die jüngste und die jüngere Generation der ukrainischen Literatur. Das Publikum der ARENA – und des Literaturhauses – erlebte mit ihnen einen fulminanten zweisprachigen Abend mit Textproben aus "Depeche Mode", "Die Anbetung der Eidechse" und "Feldstudien über ukrainischen Sex", Statements und Diskussion. Musikalisch wurde die Veranstaltung von Dmitri Batin (Akkordeon) umrahmt. Rudolf Bussmann (17. April, Einführung Urs Allemann): Zwei Jugendfreunde, Ottavio und Juan, begegnen sich nach langer Zeit in unerwarteten Rollen: Juan ist eigenwilliger Spezialist für Betriebssanierungen, Ottavio Kadermitglied der zu sanierenden Firma. In einer "langen Nacht der Rechenschaft" (Allemann) erzählt Ottavio, der unter aggressivem Auftreten hohe Sensibilität versteckt, dem zum kalten Zyniker gewordenen Juan aus seinem Leben. In seiner sehr konzentrierten Lesung liess Bussmann vor allem den Frauenhelden Juan plastisch werden. Thomas Brunnschweiler und Beat Rink (3. Mai im Gartensaal, Moderation Valentin Herzog): Unter dem Motto "Antwort erbeten" sprechen zwei literarisch tätige Theologen über Motive, Zielsetzung und Eigenheiten ihres Schreibens und lesen Kostproben aus ihrem Schaffen: Erzählungen (Brunnschweiler) und Aphorismen ( Rink). Daniel Goetsch (12. Juni, Einführung Elke Müller) präsentiert seinen dritten Roman: "Ben Kader",die faszinierende Geschichte einer Identitätssuche zwischen einer gefährdeten Liebes- und einer belastenden Vaterbeziehung, zwischen ungewisser Zukunft und schlimmen Erinnerungen – und zwischen helvetischer Normalität auf der einen, den langen Schatten einer armenisch-französisch-algerischen Familiengeschichte auf der anderen Seite. Aufschlussreiche Diskussion: Goetschs Vorfahren mütterlicherseits waren Algerienfranzosen. Wolfgang Bortlik (4. September im Gartensaal der Alten Kanzlei, Einführung Valentin Herzog) liest eine gekürzte Fassung des Textes "Ambrosiaherz", den er dankenswerterweise für das ARENA Jahresheft aus dem "Steinbruch" eines in Arbeit befindlichen Romans zusammengestellt hat. Es geht darin um einen Herrn Fischer, einen Intellektuellen, dem das Leben "ziemlich durcheinander geraten" ist und den Frau und Kinder verlassen haben. Während der Ferien soll er das schmucke Einfamilienhäuschen seiner Gattin (in Riehen) hüten, Katze füttern, Blumen giessen – eine anspruchsvolle Tätigkeit, bei der ihm pausenlos die wildesten Fehlleistungen passieren. Hanna Johansen (18. September im Gartensaal der Alten Kanzlei, Einführung Katja Fusek) stellt mit einer dramaturgisch gekonnt gestalteten Lesung der beiden Anfangskapitel ihren neuen Roman "Der schwarze Schirm" vor. Es geht dabei um zwei extrem gegensätzliche Frauen, die sich in einem Zug begegnen und deren Schicksal sich auf ebenso zufällige wie verhängnisvolle Weise miteinander verknüpft. Mit der Art ihres Vortrags gelingt es der Autorin, die äusserst subtile Ironie, mit der sie Claire und Rose betrachtet, wirkungsvoll zur Geltung zu bringen.
Homer und Urs Allemann: "Die Odyssee berndeutsch" (30. Oktober im Gartensaal der Alten Kanzlei – Kaleidoskop). Nach einer brillanten Einführung, die Ilias und Odyssee als Werke an der Nahtstelle zwischen mündlicher Überlieferung und schriftlicher Fixierung charakterisierte, las Allemann vor einem überraschend zahlreichen und höchst interessierten Publikum den ganzen fünften Gesang des von Albert Meyer ziemlich frei ins Berndeutsche übertragenen Epos: Den Rat der Götter, Hermes' unangenehme Mission bei Kalypso, den Flossbau, die Meerfahrt und schliesslich den furchtbaren Sturm, in dem Odysseus trotz allem untergegangen wäre, hätte nicht die freundliche Galathea ihn mit ihrem Schleier und guten Ratschlägen gerettet. Ein fabelhafter Abend, der bewies, wie lebendig und fesselnd Homers Dichtung – richtig präsentiert – auch heue noch sein kann.
Michael Schneider (1. November im Cagliostro-Pavillon, Riehen, Einführung G. Ravasio vom Verlag Kiepenheuer & Witsch): Mit geschickt ausgewählten Passagen und eingestreuten Zauberkunststücken präsentierte der Autor an diesem historischen Ort seinen voluminösen Roman "Das Geheimnis des Cagliostro". Schneiders Anliegen ist es, dem verrufenen Hochstapler insofern Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, als er dessen "ganzheitlichen" Ansatz bei der Behandlung Kranker und darüber hinaus seinen sozialen Einsatz für die Armen und Ärmsten aufzeigt.
Navid Kermani (15. November im Kellertheater, Einführung Valentin Herzog) stellte seinen jüngsten Roman "Kurzmitteilung" vor, las daneben aber auch eine der Erzählungen aus "Du sollst" und eine seiner mit raffiniertem Witz und viel Selbstironie geschriebenen Kolumnen. So entstand ein differenzierteres Bild vom Schaffen des Autors, als man es bekommen hätte, wenn er nur aus seinem Roman gelesen hätte, der als Rollenprosa (eines kaltschnäuzigen Machers mit psychischen Defiziten) so überzeugend ist, dass man Gefahr läuft den Autor mit dem Ich-Erzähler zu verwechseln.
Anita Siegfried ( 4. Dezember im Kellertheater, Einführung Elke Müller) las aus ihrem facettenreichen Roman über Ada Lovelace Byron: "Die Schatten ferner Jahre". Ada war nicht nur die Tochter des grossen Dichters, den sie nie gekannt hat, dessen romantisch-exzessive Persönlichkleit sie aber zunehmend faszinierte – Ada war auch eine begnadete Mathematikerin, die zusammen mit Babbage die Grundlagen fürs Programmieren digitaler Maschinen entwickelte. Und sie war selber eine exzentrische Gestalt, verstiess laufend gegen die Normen ihrer Gesellschaft und starb sehr jung an Krebs. Neben der eigentlichen Lesung gab Anita Siegfried freimütige Einblicke in ihre Arbeitsweise. Rückschau 2006Salon St. Petersburg (24. Januar – Gemeinschaftsveranstaltung mit dem Literaturhaus Basel, Einführung: Martin Coerper). Maria Thorgevsky und Dan Wiener rezitieren und musizieren aus der Welt der russischen Dichter des goldenen Zeitalters. Sie werden begleitet von Alexander Ionov (Balalaika) und Sergej Simbirev (Akkordeon). Hoo Nam Seelmann (21. Februar) gibt einen Überblick über die Umwälzungen, die sich in der koreanischen Literatur im Lauf des letzten Jahrhunderts vollzogen haben. Die gebürtige Koreanerin, die in Deutschland studiert hat und heute in Riehen als Übersetzerin und Publizistin zu Hause ist, versteht es hervorragend, die Einflüsse der verschiedenen Kolonialmächte und der gesellschaftlichen Umwälzungen auf die Literatur ihrer Heimat zu analysieren und nachvollziehbar zu machen. Elke Müller und Valentin Herzog lesen Texte, an denen diese Veränderungen sichtbar werden. Gerold Späth (19, März, Matinée im Lüschersaal, Einführung Oliver Bader) liest aus seinem eben erschienenen Roman "Aufzeichnungen eines Fischer" – ein fulminantes Comeback. Oscar Peer (28. März, Einführung: Edith Lohner, Kaleidoskop) stellt sein jüngstes Werk "Akkord/il retuorn" vor, die Geschichte eines Ausgegrenzten, der nach Verbüssung einer Gefängnisstrafe in sein Engadiner Dorf zurückkehrt. Beate Rothmaier (16. Mai, Einführung: Valentin Herzog) liest aus ihrem kürzlich erschienenen Erstlingsroman "Caspar". Es handelt sich dabei um eine perspektiven- und facettenreich geschriebene Geschichte, in deren Mittelpunkt die historisch dokumentierte Figur eines Findelkinds im ausgehenden 18. Jahrhundert steht. Margrit Schriber (30. Mai, Einführung: Iren Nussberger) stellt ihr jüngstes Buch "Das Lachen der Hexe" vor, in dem es um die historische Figur einer gewissen Anna Maria Gwerder geht, die 1752 im Gefängnis von Schwyz an den Folgen der Folter starb, bevor sie noch in einem ordentlichen Verfahren als Hexe abgeurteilt werden konnte. Valentin Herzog (5. September im Anschluss an die Mitgliederversammlung, Einführung Katja Fusek) präsentiert seine unter dem Titel "Karims Café" erschienenen "Geschichten aus Marokko", in denen er Erfahrungen und Eindrücke literarisch souverän umsetzt und sich feinfühlig der widersprüchlichen Realität des Landes annähert. Paul Niederhauser (26. September, Einführung Edith Lohner, Kaleidoskop) führt auf einen heiter-besinnlichen Streifzug durch die bernische Mundart und Mundartliteratur mit manchmal heimeligen, öfters besinnlichen, gelegentlich bitterbösen Texten von Urs Frauchiger, Hans Zulliger, C. A. Loosli, Ernst Eggimann, Christine Kohler, Kurt Marti, Ernst Burren u. v. a. Katja Fusek (16. November, Einführung Valentin Herzog) stellt ihren zweiten Roman vor: "Die stumme Erzählerin", eine auf eigenwillige Weise raffinierte, ebenso subtil wie poetisch erzählte Geschichte von der wortlosen Begegnung zweier Menschen, die auf sehr unterschiedliche Art vom Schicksal gezeichnet sind.
Peter Stamm (5. Dezember, Einführung Lea Meier), liest in leicht geraffter Form den Anfang seines neuen Romans "An einem Tag wie diesem". Mit fast asketischer Nüchternheit (im Gespräch fiel der Begriff "Minimalismus") berichtet der Autor von einem Schweizer Lehrer, der sich nach 18 Arbeitsjahren in Paris plötzlich aus seiner bequemen Routine gerissen sieht. Rückschau 2005Peter von Matt (Dienstag, 18. Januar im Lüschersaal, Moderation Alexandra Stäheli, Gemeinschaftsveranstaltung mit dem Literaturhaus Basel): "Ich b-hof. Wo du???" Der bekannte Germanist stellt sich der Frage: Vergammelt unser Deutsch? Pham Ti Hoai (Donnerstag, 3. Februar, Einführung Oliver Bader): Die vietnamesische Schriftstellerin, die heute in Berlin lebt, liest veröffentlichte und neue Texte und berichtet über die Wirklichkeit ihrer Heimat. Urs Allemann (Dienstag, 15. März, Einführung Valentin Herzog): "Tausend Küsse und noch und noch" – erotische Gedichte aus dem alten Rom. Hilda Jauslin (Donnerstag, 14. April, Einführung Edith Lohner): "Joruus – Joryy" Die im Basler Dialekt schreibende Autorin stellt auf Einladung des KALEIDOSKOP ihren eben im OSL Verlag erschienenen Gedichtband vor. René Regenass (Dienstag, 3. Mai, Einführung Valentin Herzog): "Wegmarken". Die ARENA feiert den 70. Geburtstag des ihr seit jeher verbundenen Autors und präsentiert seinen neuen Geschichtenband, der ebenfalls im OSL Verlag erschienen ist. Lukas Hartmann (Donnerstag, 23. Juni, Einführung Iren Nussberger): "Die Deutsche im Dorf" – ein Roman, in dem es um Fremdenfeindlichkeit, aber auch um Täter- und Opferrollen sowie um misslungene Bewältigung der Vergangenheit geht. Markus Ramseier (Dienstag, 30. August, Einführung Valentin Herzog): "Der das Licht anzündet" – diese eigens für die ARENA verfasste Erzählung und weitere Texte stellt der zunehmendes Interesse verdienende Autor im Rahmen der ARENA-Mitgliederversammlung und der Präsentation des neuen ARENA-Hefts vor. Tim Krohn (Dienstag, 20. September, Einführung Lea Meier): "Heimweh" – ein Buch voller Sehnsucht und voller Hoffnung, das auf betörende Weise vom Schmerz und vom Zauber der Jugend erzählt. Bruno Epple (Dienstag, 25. Oktober, Einführung Edith Lohner): Der am Bodensee lebende Autor gibt als Gast des KALEIDOSKOP Kostproben seiner in Mundart geschriebenen und zugleich vom Geist der grossen abendländischen Dichtung durchwehten Lyrik. Karl-Heinz Ott (Donnerstag, 10. November im Gartensaal der Alten Kanzlei, Einführung Oliver Bader): "Endlich Stille" lautet der vielsagende Titel des abgründigen und anspielungsreichen Romans, den der Freiburger Autor in die ARENA bringt. Katja Fusek (Dienstag, 29. November im Lüschersaal, Einführung Valentin Herzog): "Der Drachenbaum" vereinigt 16 anrührende Erzählungen, die kürzlich im OSL Verlag erschienen sind. Katja Fusek ist Mitglied des ARENA-Teams. Rückschau 2004Andrea Jundt (27. Januar, Einführung Edith Lohner) liest im Dialekt der Gegend geschriebene Erinnerungen aus dem Lauterbrunnental. Urs Allemann (10. Februar, Einführung Valentin Herzog) stellt im Dialog mit dem Schlagzeuger Matthias Würsch seinen Gedichtband "schoen! schoen!" vor. Ernst Halter (30. März, Einführung Katja Fusek) liest aus "Die Stimme des Atems. Wörterbuch einer Kindheit". Gabrielle Alioth (22. April, Einführung Valentin Herzog) stellt ihren neuen Roman "Die Erfindung von Liebe und Tod" vor. Gisela Widmer (3. Juni, Einführung Iren Nussberger) liest die Erzählung "Sapis Schlaf" aus ihrem neuen Erzählband "Liebesgrund". 25 Jahre ARENA (20. Juni, Moderation Valentin Herzog). In einer festlichen, musikalisch umrahmten und durch ein sehr freundliches Grusswort der Gemeinderätin Maria Iselin-Löffler eröffneten Soirée im Lüschersaal werden elf "Monatsgeschichten" von elf zu einem Wettbewerb eingeladenen Autoren dem Publikum durch die neutrale Sprecherin Franziska von Arx vorgestellt. Den "Autorenpreis" der ARENA vergibt die Jury, die aus den elf Teilnehmern besteht. Er geht an Heinrich Wiesner. Den von der Gemeinde Riehen gestifteten "Publikumspreis" vergeben die anwesenden Freundinnen und Freunde der ARENA in geheimer Abstimmung. Er geht an Alberigo Tuccillo. Ausser diesen beiden haben sich am Wettbewerb beteiligt: Klaus Merz, Martin Roda Becher, Erich Grasdorf, Daniel Zahno, Walter Schüpbach, Ernst Reinhardf, Wolfgang Bortlik, Verena Stössinger und Ingeborg Kaiser (in der Reihenfolge der von ihnen thematisierten Monate). Alberigo Tuccillo und Heinrich Wiesner (31. August, Einführung Valentin Herzog) lesen ihre preisgekrönten Wettbewerbstexte und weitere "Geschichten ohne festen Wohnsitz" (Tuccillo). Albert M. Debrunner (24. September, Einführung Rosemarie Schürch): stellt seine Studie über René Schickeles Schweizer Emigrationsjahre vor: "Freunde es war eine elende Zeit". Christian Schmid (21. Oktober, Einführung Edith Lohner) liest aus seinen Geschichten über Wörter "Durchs wilde Wordistan". Hansjörg Schneider (4. November, Einführung Katja Fusek) liest aus dem teilweise in Riehen spielenden Roman "Wasserzeichen" und seinem neueste Krimi: "Hunkeler macht Sachen". Ursula Fricker (23. November, Einführung Iren Nussberger) stellt ihren autobiographisch gefärbten Erstlingsroman "Fliehende Wasser vor. Ahne (17. Dezember, Moderation Oliver Bader), der Berliner Surfpoet liest Texte und lädt zur Surfdisco – und zwar im Keller des Deutschen Seminars am Nadelberg. Rückschau 2003 Peter Weber (4. Februar, Einführung Oliver Bader) stellt sein jüngstes Buch "Bahnhofsprosa" vor: Dann folgen längere Passagen, die vor allem durch den Rhythmus wirken. Ein Wort bringt das nächste hervor ... Wie im Jazz wird ein Thema umkreist, weiterentwickelt, variiert ... Und ab und zu scheint ein kleines Wunder auf, eine "Purpurminute". Waltraud Meissner (25. Februar, Einführung Edith Lohner) liest "Pfälzer Philosvie, Tierisch- Ernstes, Menschlich- Heiteres" (Gedichte) im Foyer des Lüscherhauses (KALEIDOSKOP -). Emil Zopfi (28. März, Einführung: Lea Meier) liest aus seinem neuen Roman "Steinschlag", in dem es um eine junge Bergführerin geht, die von einem alten Kollegen zu einer Rettungsaktion mitgenommen wird. Peter Urban (29. April, Einführung: Rosemarie Schürch) berichtet in einem ausserordentlich aufschlussreichen Vortrag von seinen Erfahrungen als Übersetzer und Herausgeber der Werke von Anton ?echov. Pessoa-Nacht mit Peter Hamm (14. Mai im Meierhof, Einführung: Alexandra Stäheli). Der bekannte Literaturkritiker zeichnet in Wort und Film ein Bild des grossen Portugiesen und spricht über Fernando Pessoas "Buch der Unruhe". Marina Markees (20. Mai ,Einführung: Edith Lohner, musikalische Umrahmung: Karin Löffler) stellt ihren eben erschienenen Roman "Küchenliebe, eine Biografie al dente" vor, einen sinnlichen Roman mit Biss, eine Familiensaga voller Aromen. (KALEIDOSKOP) Katja Fusek (26. August, Einführung Valentin Herzog) liest ihre im vierten ARENA-Heft erschienene Erzählung "Der graue Antiquar" und diskutiert darüber mit der bekannten Basler Antiquarin Annemarie Pfister. Kurt Gerber (19. September, Einführung: Lea Meier) stellt seinen Kantonsführer "s Baselbiet: erfassen, erleben, geniessen" vor. (KALEIDOSKOP) Alex Capus (4. November, Einführung: Iren Nussberger) liest aus seinem neuesten Roman "Glaubst du, dass es Liebe war?", der davon handelt, wie "mein Fahrradmechaniker Harry Widmer junior ein ziemlich guter Mensch wurde – er, der stets ein Prachtskerl von einem Schweinehund gewesen war." J. R. R. Tolkien und die Reise der Gefährten – ein multimedialer Ausflug nach Mittelerde mit Bildern, Texten (gesprochen von Hans-Jürg Müller) und Musik (Ann Allen und Baptist Romain). Konzept und Realisation: Marcel Mertz mit Lea Meier. (11. November) Armin Strohmeyr (27. November, Einführung: Thomas Wilhelmi) berichtet über die "schwierige literarische Freundschaft" zwischen René Schickele und Annette Kolb und stellt seine kürzlich erschienene Biographie der "Dichterin zwischen den Völkern" vor. Rückschau 2002Michel Martin (29. Januar, Kellertheater im Haus der Vereine, Einführung Marcel Mertz) berichtet mit hervorragendem Bildmaterial über seine Erfahraungen bei der Erforschung eines umstrittenen Phänomens, nämlich der so genannten "Kornkreise", wie sie vor allem in England immer häufiger zu beobachten sind. Peter Stamm (12. März, Gartensaal im Haus der Vereine, Einführung Iren Nussberger) liest aus seinem neuen Roman "Ungefähre Landschaft", der vom Schicksal der jungen Zöllnerin Kathrine in einem nordnorwegischen Dorf erzählt. Manfred Jung (16. April, Foyer des Lüscherhauses, Einführung Edith Lohner) liest unter dem Motto "verruckt kommod" Gedichte und Prosatexte in seiner alemannischen Mundart. Hanna Johansen (24. April, Kellertheater, Einführung Renate Löffler) stellt ihren neuen Roman vor, dessen 80jährige Haupt- und Titelfigur Lena vergeblich versucht, ihrer "Nichte" Phia die lange verschwiegene Wahrheit zu eröffnen, dass sie in Wirklichkeit ihre Tochter ist. Andreas Schendel (13. Juni, Haus der Vereine, Einführung Valentin Herzog) präsentiert seinen eben erschienenen Roman "Fluchtpunkt", die Geschichte eines Liebespaares, das inmitten der Wirren des Zweiten Weltkriegs versucht, sein privates Pariser Idyll zu bewahren – bis die Gestapo zuschlägt. Ingeborg Kaiser (27. August, Kellertheater, Einführung Valentin Herzog, musikalische Gestaltung Benjamin Herzog) feiert anlässlich der ARENA-Jahresversammlung die Vernissage ihres neuesten Werkes "Ró?a und die Wölfe. Biographische Recherche zu Rosa Luxemburg". In dem facettenreichen Roman wird das Bild der vielgehassten und ebenso heftig bewunderten Revolutionärin aus der Perspektive einer modernen Frau kunstvoll und bestürzend lenbendig nachgezeichnet. Roman Bucheli, Martin R. Dean und Alexandra Stäheli im Kritikergespräch (10. September, Lüschersaal im Haus der Vereine, Moderation Valentin Herzog). Unter dem provozierenden Titel "Tod eines Autors" diskutiert das prominent besetzte Podium über Martin Walsers umstrittenen Roman "Tod eines Kritikers", über die Frage, ob man "mit dem Antisemitismus spielen" darf und grundsätzlich über das ambivalente Verhältnis zwischen Autoren und Kritik. Joachim Latacz (19. September, Wenkenhof, Einführung Thomas Wilhelmi) stellt dem ARENA-Publikum sein vielbeachtetes Buch "Troja und Homer" vor, berichtet über den aktuellen Stand der Ausgrabungsarbeiten in Troja und über die derzeit mit akademischem Ingrimm geführte Debatte über die historische Bedeutung der Stadt und des homerischen Epos. Katja Fusek (22. Oktober, Kellertheater, Einführung Valentin Herzog) liest aus ihrem ersten Roman "Novemberfäden", der von früher Entwurzelung (die in Prag geborene Autorin kam schon als junges Mädchen nach Basel), vom Fremdsein in der Fremde, vom Fremdwerden in der alten Heimat und vom schmerzlichen Verlust alter Beziehungen erzählt. Es war die allererste Lesung der jungen Autorin, deren Auftritt von der Basler Zeitung als "bemerkenswertes Debut" gefeiert wurde. Emma Guntz (12. November, Kellertheater, Einführung Edith Lohner) liest an dieser vom KALEIDOSKOP organisierten Veranstaltung unter anderem aus ihrem Erinnerungsbuch "Hasen sterben lautlos". Paul Celan (21. November, Kellertheater, Einführung Lea Meier) war die letzte ARENA-Veranstaltung des Jahres gewidmet. Zusammen mit Laurent Charles (Kontrabass) und Ingeborg Poffet (Accordeon) rezitiert der Basler Schriftsteller Freddy Allemann Texte des grossen Lyrikers. |
Dienstag, 29. März 2011 Donnerstag, 14. April 2011 |
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