• 2010
  • 2009
  • 2008
  • 2007
  • 2006
  • 2005
  • 2004
  • 2003
  • 2002

Rückschau 2010

"Marienglas" (Dorfkirche Riehen, 31. Oktober, Gemeinschaftsprojekt mit Kunst in Riehen) – konzertante Aufführung der Kammeroper von Beat Gysin nach Franz Kafkas Roman "Das Schloss". Musikalische Leitung Jürg Henneberger. Im anschliessenden von Valentin Herzog moderierten Gespräch mit dem Komponisten und dem Philosophen Hans Saner werden wichtige Elemente des musikalisch-philosophischen Konzepts deutlich gemacht, das dieses avantgardistische Werk geprägt hat.
Der Musik von Gysin sind sechs Textausschnitte aus dem Romanfragment zugrunde gelegt. Natürlich machen sie nur einen sehr kleinen Teil der kafkaschen Prosa aus. Erkennbar wurde gleichwohl der Gehalt dieser genialen Parabel, die den völlig aussichtslosen Kampf eines einzelnen Menschen gegen welches gesellschaftliche System auch immer schildert … der Einzelne und der Totalitarismus.      
(Paul Schorno, RZ, 5. 11. 2010)

Ingeborg Kaiser (11. November im Kellertheater) feiert mit der ARENA ihren 80. Geburtstag. Im Gespräch mit Valentin Herzog werden wichtige Stationen ihres Lebens und ihres literarischen Schaffens angesprochen und durch kurze Textpassagen illustriert. Dann liest die Autorin, immer wieder von Fragen oder Anmerkungen des Moderators unterbrochen, Lyrik und Prosa aus dem zu ihrem Jubiläum im OSL Verlag erschienenen Band "gegen abend oder später".
In dieser empfindsamen und souveränen Verknappung der Sprache glückt Ingeborg Kaiser eine bewundernswerte Konzentration des Gesagten. Das zu lesen wird zum ernsten Vergnügen.
(Nikolaus Cybinski, RZ, 19. 11. 2010)

Otto Zumoberhaus ( 23. November, Kellertheater, Einführung Edith Lohner), der Autor des grossartigen Familienepos "Am Schattenberg" (in der ARENA am 10. März dieses Jahres)  führt das Publikum des Kaleidoskops in der ARENA in die Welt seiner heimatlichen Sprache ein. Mit Erzählungen, Gedichten, Limericks und klugen Exkursen machte er seine Zuhörerschaft auf die klanglichen Reize und vor allem auch auf den unglaublichen Variantenreichtum seines  Heimatdialekts aufmerksam, den die Walliser selber als "Schlächt-Ditsch" (im Gegensatz zum "Guet-Ditsch", der Schriftsprache) bezeichnen. An die Lesung schlossen sich beim Apéro im Foyer des Kellertheaters lebhafte Diskussionen und Gespräche an.

Lea Gottheil ("Sommervogel"), Julia Blesken ("Ich bin ein Rudel Wölfe") und Julia Gäbel ("Pitys Blues") sind die Finalistinnen im Wettbewerb um den Hirzen Buchpreis 2010 (12. September im Hirzenpavillon), der von der ARENA durch Ausrichtung zweier Anerkennungspreise, durch Werbemassnahmen und durch die Delegation ihres Präsidenten in die Jury mit getragen wurde. Der Preis wird im Rahmen eines aufwendigen, aber nach unserer Meinung eher missglückten Events an Lea Gottheil (Gast der ARENA am 19. 1. dieses Jahres) verliehen. Die ARENA wird sich künftig nicht mehr an der Vergabe dieses Preises beteiligen.

Johann Peter Hebel (26. August im Kellertheater). Zur Saisoneröffnung und zum zwanzigjährigen Jubiläum des Kaleidoskops liest Urs Allemann zwei der grossen alemannischen Gedichte und eine Anzahl wenig bekannter Texte aus den Kalendergeschichten, wobei es ihm darum geht, J. P. Hebel in seinem 250. Geburtsjahr als genialen Spieler zu zeigen und auch seine Affinität zu Grausamkeit und Gewalt nicht zu verschweigen. Er belegt seine These, derzufolge "das Spiel die Gewaltphantasien poetisch handhabbar" mache, mit klug gewählten Texten, die die zahlreichen Zuhörer konsequent auf die apokalyptischen Visionen des Gedichtes über die "Vergänglichkeit" ("Gespräch auf der Strasse nach Basel zwischen Steinen und Brombach") vorbereiteten.Anschliessend werden das Kaleidoskop und Edith Lohner mit einem reichen Apéro gefeiert.
So ist Hebel lange nicht gelesen worden. (Claudia Gabler, Badische Zeitung, 30. 8. 2010)

Brabara Traber (8. Juni, Kellertheater, Einführung Edith Lohner) liest kürzere und – auszugsweise – längere Geschichten, die zwar in berndeutscher Mundart verfasst sind, vorwiegend aber von weiten Reisen und fremden Ländern sprechen. Zwischendurch reflektiert die Autorin über das Verhältnis, das sie als Schreibende zu Mundart und Schriftsprache hat. Beide Sprachebenen beherrscht sie, der Dialekt aber liegt ihr eindeutig mehr am Herzen. Der Titel ihrer jüngsten Publikation "Geng no unterwägs" beweist es.
Es wird einem warm ums Herz. Und man fühlt sich verstanden.    (Rolf Spriessler, RZ, 18. 6. 2010)

Markus Ramseier (11. Mai, Kellertheater, Einführung Katja Fusek) liest aus seinem neuen Erzählband "Licht" kurze, z. T. sehr kurze Texte, deren Funktion es ist, eine bestimmte Person, meist einen Aussenseiter, einen gesellschaftlich benachteiligten Menschen so lange zu fokussieren, bis in seiner Erscheinung, seinem Verhalten, seinen Äusserungen bemerkenswerte Züge dieser einen Existenz erkennbar werden. Das kann wenige Zeilen beanspruchen, aber auch einige Seiten. Klug gesetzte Kommentare öffneten der konzentrierten Zuhörerschaft den Zugang zu diesen nicht immer ganz leichten Texten.
Ja das Lügen ist Ramseiers Ding nicht. Und so redet er viel um seine Geschichten, nennt die Beobachtungen und Erfahrungen, die hinter den Texten stehen … will sich einen Weg bahnen zum Publikum – dabei hat er es längst eingefangen mit seinen winzigen Lichtspots … und seiner entwaffnenden Offenheit.
(Claudia Gabler, Badische Zeitung, 15. Mai 2010)

Wolfgang Bortlik (20. April, Kellertheater, Einführung Rosmarie Schürch und Elke Müller) liest aus seinem satirisch-sarkastischen Kriminalroman "Fischer hat Durst" geschickt ausgewählte Passagen, die ein plastisches Bild des an allen Fronten gescheiterten Literaten Fischer zeichnen, böse Seitenhiebe auf den Kulturbetrieb einer ungenannten Stadt am Rheinknie erlauben und dem Autor Gelegenheit geben, einige der 60erjahre-Songs aus dem musikalischen Fundus seines Helden mit seiner ausdrucksvoll gestaltenden Stimme und der Gitarrenbegleitung seines Freundes Gogo Frei vorzutragen.
Der Roman ist ein gewitztes, vielschichtiges, unterhaltsames und eigenen Regeln folgendes Spiel mit dem Genre des Krimis. Und dies in einer eigenwilligen und lebhaften Sprache, die er einsetzt, um keck augenzwinkernd um klug zu frotzeln, zu kritisieren … Viel Applaus.
(Paul Schorno, RZ 23. 4. 2010)

Otto Zumoberhaus (10. März, Kellertheater, Moderation Valentin Herzog) liest aus seinem Erstlingsroman "Am Schattenberg", einer sprachmächtigen, meisterhaft komponierten Familien-, Dorf- und Sozialgeschichte aus dem Oberwallis. deren figurenreiche, streng miteinander verhaftete Episoden um die Zentralfigur eines gewissen Christian Zenthelen (1830-1928) gruppiert sind. Im Gespräch gab der Autor Aufschluss über seine Quellen, über das Verhältnis von Realität und Fiktion, über seine Erfahrung mit dem Lektorat und verschiedenen Verlagen. In der Presse wird Zumoberhaus verschiedentlich als "Gotthelfs katholischer Enkel aus dem Wallis" bezeichnet.

Lese '10 (28. Januar, Kellertheater) Regula Düggelin, Leiterin des Fachausschusses Literatur BS/BL, begrüsst fünf Autorinnen und Autoren, die im vergangenen Jahr Förderbeiträge für ihre Arbeit erhalten haben, nämlich: Wolfgang Bortlik für "Fischer hat Durst", Irena Brežnà für "Auf der Sprachfähre", Martin K. Menzinger für "Spalten", Verena Stössinger für "Leben und Sterben lassen", Daniel Zahno für "Alle lieben Alexia". Die Autoren werden von Anne Schöfer und Jürg Seiberth vorgestellt und lesen jeweils ein Muster aus ihren Projekten. Bemerkenswert: Vier der fünf Autoren waren schon ein- oder mehrmals zu Gast in der ARENA.

Lea Gottheil (19. Januar, Kellertheater, Einführung Katja Fusek) liest aus ihrem faszinierendenb Erstlingsroman "Sommervogel", der das Leben einer Frau erzählt: Jugend in der Vorkriegs- und Kriegszeit in einem abgelegenen Dorf im Bündnerland, nach dem Tod des Vaters soll sie die Mutter betreuen, emanzipiert sich aber, findet in Zürich künstlerische Berufsmöglichkeiten und einen sehr liebevollen Mann, und dennoch misslingt ihr Leben irgendwie. Während einer langwierigen Krebsbehandlung erinnert sie sich an die früheren Stationen ihres Daseins.
Es dauerte nur Sekunden, bis Lea Gottheil die Herzen der zahlreichen Zuhörer ergriffen hatte (…) Szenen, die den Zuhörer Beeindrucken … Er will die Geschichte befreien, die sich unter einem Teppich des Verdrängens versteckt.
(Sandra Ziegler, RZ, 29. 1. 2010)

Rückschau 2009

Meta Fischer-Luchetta (24. November im Kellertheater, Kaleidoskop, Einführung Edith Lohner): Unter dem Motto "Z'Rieche – hüt und doozmool, Gschichte vo doo und döört" liest die seit 40 Jahren in Riehen lebende Autorin, seinerzeit Mitbegründerin des Kaleidoskops, Texte, die in freundlich besinnlicher Art von einer Kindheit in Riehen erzählen, von Eigenheiten des "Dorfes", von der Chrischona, aber auch von verschiedenen Reisen, von einem Essen in Paris, einer amüsanten Begegnung in Rom … Das in ungewöhnlich grosser Zahl erschienene Publikum dankt der Autorin mit lebhaftem Applaus.
Meta Fischer liess in ihren Geschichten längst vergangen geglaubte Zeiten wieder aufleben. Sie unterhielt mit Anekdoten über Riehen und Basel … Ein vergnüglicher Abend.
(Sandra Ziegler, RZ, 4. 12. 09)

Claudia Gabler (3. November im Kellertheater, Moderation Valentin Herzog). Die Lyrikerin, Hörsiel- und Theaterautorin Claudia Gabler arbeitet mit streng formulierten "Textflächen", mit überraschenden Brüchen und Monologen, die sich beim konzentrierten Zuhören nach und nach zu aufschlussreichen Dialogen verweben. Offen und locker spricht sie über ihre Arbeit, über die Schwierigkeiten mit Hörspielen, die ohne ihr Zutun in einem Studio realisiert werden und über die Möglichkeiten einer integrierten "Autorenproduktion".
Sie ist äusserst vielseitig und so teilte sich der jüngste Abend in der ARENA mit Claudia Gabler in zwei unterschiedliche, aber sich ergänzende Teile …
(Badische Zeitung, 7. 11. 09)
Claudia Gabler … dramatisiert das Leben in einer Weise, dass man darin aufschreckt.
(Sandra Ziegler, RZ, 13. 11. 09)

Urs Allemann (22. Oktober im Kellertheater): Horch, ein Schrank geht durch die Nacht (Kellertheater). 55 komische Gedichte aus der deutschen Literatur hat Urs Allemann für diesen genussreichen und perfekt gestalteten Abend eigens für die ARENA zusammengestellt, knapp und witzig kommentiert und einem ansehnlichen Publikum vorgeführt. Das Spektrum reicht vom Barock bis zur Gegenwart und umfasst Parodien, Satiren, Reim- und Wortspiele, reinen Humor und gekonnten Nonsense.
Sie sind ein Juwel der deutschsprachigen Lyrik, die Spott- und Unsinngedichte … Es war ein unterhaltsamer Abend, auch weil Urs Allemann ein guter Rezitator ist.
(Nikolaus Cybinski, RZ, 30. 10. 09)

Franco Supino (24. September im Kellertheater, Einführung Lea Meier): Unter dem Stichwort "Das andere Leben" präsentiert der Autor seinen biographischen Roman über Leben und Sterben des vergessenen Schweizer Dramatikers Caesar von Arx. Ein gut gestalteter, lebendig und intelligent gestalteter Abend.
Interessant für die Zuhörer der Lesung war vor allem die Dia-Show, während der der Autor die Originalschauplätze zeigte, an denen seine Geschichte spielt.
(Sandra Ziegler, RZ, 2. 10. 09)

Frank Wedekind (3. September, 20.00 Uhr im Kellertheater): Annäherung an einen unbequemen Autor. Eva Hilbck und Valentin Herzog entwerfen mit Texten, Briefen, Gedichten, Liedern, Erzählungen und einer Szene aus "Erdgeistgeist" ein facettenreiches Bild des ebenso vielseitigen wie schwierigen Autors. Musikalische Begleitung: Sylvia Herzog-Cherbuin.
Herrlich, wie Eva Hilbck in die Rolle der Lulu schlüpft und Valentin Herzog alias Dr. Schön mehr und mehr mit ihrer Körperlichkeit umschleicht, um ihn schliesslich hyänengleich zu überfallen. […] Mit tosendem Applaus bedankte sich der voll besetzte Theaterkeller … für einen höchst amüsanten, humorigen, frivolen, aber auch geistreichen Abend.
(Claudia Bötsch, Oberbadische Zeitung, 8. 9. 2009)

Zu dieser Saisoneröffnung erscheint das traditionelle ARENA Heft (Nr. 10) mit einem biographischen Essay über Wedekind von V. Herzog und dem üblichen Jahresbericht 2008

Judith Giovannelli-Blocher (12. Mai im Meierhof, Einführung und Moderation Kathrin Eckert) liest aus ihren letzten beiden Büchern "Das Glück der späten Jahre" und "Woran wir wachsen". Ihr Ziel ist es, das "negative Bild vom Alter aufzubrechen" und darzustellen, dass Alter zwar mancherlei Verzicht bedeutet – "Verzicht gehört zum Leben" – aber auch neue Erfahrungen und Einsichten bringt.
Zweihundertfünfzig mal schon hat Judith Giovannelli-Blocher landauf, landab aus ihrem Buch "Das Glück der späten Jahre" gelesen – und doch scheint sie dieser Auftritte kein bisschen müde geworden zu sein, im Gegenteil: Immer wieder geht ihr Temperament mit ihr durch.
(Anatol Ritter, RZ 22. 5. 09)

Ernst Burren (23. April im Kellertheater, Kaleidoskop, Einführung Edith Lohner) liest kurze Geschichten aus seinen letzten drei Büchern "Chrüzfahrt", "Blaui Blueme" und "Füürwärch". Es sind hintergründige Geschichten, die sich vergnüglich anhören, aber, wenn man zwischen den Zeilen liest, die Gedanken- und Gefühlswelt des Bünzlitums heftig kritisieren.
Es lohnt sich, Burrens Texte so genau unter die Lupe zu nehmen, dass die verborgenen Widerhaken sichtbar werden.
(Anatol Ritter, RZ 30. 4. 09)

Regina Ullmann ist auch der zweite Teil des Gemeinschaftsprojekts gewidmet: In einer szenisch perfekt arrangierten Textmontage unter dem Titel "Ich bin von anderm Holze, Gott weiss warum" vergegenwärtigen Pia Waibel, Graziella Rossi und Helmut Vogel am 31. März im Literaturhaus Basel das Leben der vergessenen Dichterin. Sie stützen sich dabei weitgehend auf den Roman von Eveline Hasler, den sie mit einigen Texten von Ullmann selber und von Charles Linsmayer ergänzen. Glücklicherweise gibt es kaum Überschneidungen mit der Lesung Hasler. Auch diese Veranstaltung ist sehr gut besucht.

Im Rahmen der alljährlichen Gemeinschaftsveranstaltung mit dem Literaturhaus Basel liest Eveline Hasler (26. März, Einführung Elke Müller) aus ihrem Roman „Stein bedeutet Liebe“, in dem es um die folgenschwere Begegnung zwischen der scheuen Autorin Regina Ullmann und dem chaotischen Freud-Schüler Otto Gross geht. Eveline Hasler bringt dem zahlreich erschienenen Publikum die von neuen Ideen brodelnde Atmosphäre im Künstlerviertel Schwabing kurz vor dem ersten Weltkrieg auf eine sehr lebendige und lockere Art näher und gewährt einen spannenden Einblick in ihre Schreibwerkstatt.
Das Publikum war fasziniert von der "Elterrn-Kind-Geschichte", besonders von den Hintergrundinformationen, die die …[Autorin] in ihre Lesung einfliessen liess.
(Sandra Ziegler, RZ, 3. 4. 09)

Lukas Hartmann (10. März im Kellertheater, Einführung Valentin Herzog ) stellt seinen eben erschienenen Roman "Bis ans Ende der Meere" vor. Er zeichnet in der Lesung mit klug ausgewählten, durch sorgfältig gestaltete Zwischenbemerkungen verbundenen Textpassagen vor allem das Bild seiner Hauptfigur, des Malers John Webber, als offizieller Expeditionszeichner an James Cooks dritter Weltumsegelung (1776-80) teilnahm, das offizielle Bild der Expedition zu liefern hatte und sich nur in seinem (fiktiven) Tagebuch dagegen aufzulehnen wagte.
Hartmanns Textausschnitte und Erläuterungen bestimmter Zusammenhänge machen Lust auf mehr … 
(Rolf Spriessler. RZ, 20. 3. 09)

Irena Brežnà (12. Februar im Kellertheater, Einführung Katja Fusek) liest aus ihrem Roman "Die beste aller Welten", der die geselslchaftlichen Verhältnisse in der kommunistischen Tschechoslowakei Ausgang der 50er Jahre aus der Sicht eines Mädchens schildert, das lernen muss, dass man im Elternhaus, im Hof mit den Spielkameraden, in der Schule … jeweils eine ganz andere Sprache zu sprechen, an ganz andere Ideale zu glauben hat.
Irena Brežnàs Werk ist eine 'Ode an die Kraft, an die Phantasie'. In ihrem Buch ist über die Menschen … in der Tschechoslowakei zu lesen … Die Autorin spricht zu anderen, die ihr antworten.
(Sandra Ziegler, RZ, 20. 2. 09)

Rückschau 2008

ARENA-Salon (3. Dezember im Kellertheater, Moderation Katja Fusek). Ingeborg Kaiser und Valentin Herzog stellen an einer salonartig zwanglosen Veranstaltung ihre neuen Bücher gegenseitig vor, lesen daraus und unterhalten sich über ihre literarische Arbeit: Kaisers Gedichte ("matou") sind einer Katze gewidmet, die zwanzig Jahre lang das Leben der Autorin begleitete. Herzogs Erzählungen ("Alifas Zeichen") setzen Eindrücke und Beobachtungen literarisch um, die er während langer Aufenthalte in Marokko gesammelt hat. Die etwas improvisierte und nicht sehr glücklich terminierte Veranstaltung ist ordentlich besucht.

Gabrielle Alioth (27. November im Kellertheater, Einführung: Rosmarie Schürch) stellt ihren neuen Roman "Die Braut aus Byzanz" vor. Alioth erzählt von der byzantinischen Prinzessin Theophanu, die im Jahr 972 als künftige Gattin Kaiser Ottos II. nach Westen geschickt wird, am noch reichlich barbarischen, ständig herumziehenden Kaiserhof einen schweren Kulturschock erlebt, sich aber trotzdem klug, mutig und energisch gegen Vorurteile und Feinde zu behaupten vermag. Die Autorin informierte sehr konzentriert über Genese und Konzept des Buches und las eindrucksvolle Textpassagen. (Guter Besuch.)

Richard Ehrensperger(6. November im Kellertheater, Kaleidoskop, Einführung Edith Lohner) liest "Züritüütschi Täggscht", darunter auch einige Sonette zu (projizierten) Bildern aus seinen Skizzenbüchern. Die Texte des ehemaligen Primarlehrers sind meist autobiographisch gefärbt und fangen gewisse Szenen aus dem dörflichen Alltag ein, bald humorvoll, bald beklemmend wie die Erinnerungen an die Begegnung mit russischen Internierten während des letzten Weltkriegs. Umrahmt wird die Lesung vom intensiven Harfenspiel der Vorarlbergerin Veronika Ehrensperger, die auch Elemente der Volksmusik und des Jazz in ihre Musik integriert und so einen spannungsreichen Rahmen, teilweise auch dichte Hintergründe für Ehrenspergers Erzählungen und Gedichte schafft.

Jiddische Liebeslieder (22. September im Kellertheater – Organisation Lea Meier): Prof. Astrid Starck gibt eine knappe Einführung in das Wesen des jiddischen Volkslieds und seine Stellung innerhalb der jiddischen Kultur; dann trägt der Chor ihrer Studenten mit spürbarer Begeisterung zehn Liebeslieder vor, deren Inhalte dem Publikum jeweils von dem so locker wie präzis agierenden Sprecher Harald Weber in einem virtuosen Gemisch aus Jiddisch und Schriftdeutsch vermittelt worden sind. Susanne-Louise Ganzoni (Akkordeon), Kaspar Wildberger (Klarinette) und drei Violinen begleiten und stützen den Gesang. Das Publikum, das das Kellertheater buchstäblich bis zum allerletzten Platz gefüllt hat, klatscht anhaltenden Beifall.

ARENA-Lyrikpreis ( 7. September 2008, im vollbesetzten Lüschersaal – Moderation Valentin Herzog, Organisation Urs Allemann): Endrunde des Wettbewerbs um den ARENA-Lyrikpreis. Die aus Urs Allemann, Wolfgang Bortlik, Rudolf Bussmann, Ingeborg Kaiser, Birgit Kempker und Kathy Zarnegin) bestehende Fach-Jury hatte aus über hundert anonymisierten Einsendungen neun Lyrikerinnen und Lyriker für dieses öffentliche Wettlesen ausgewählt: Andrea Graf, Joanna Lisiak, "Satz & Pfeffer" (= Judith Stadlin und Michael van Orsouw), Andreas Saurer, Monika Schnyder, Michael Stauffer, Markus Stegmann und Brigitte Tobler. Nach jedem einzelnen Auftritt wurden die Texte von allen Jurymitgliedern in kritischen Statements gewürdigt. Nach rund zwei Stunden schritten Jury und Publikum zur Abstimmung über die zu vergebenden (von der Stiftung homo ludens, dem Fachausschuss Literatur BS-BL und der Gemeinde Riehen gestifteten) Preise.
Der erste Preis der Jury (Fr. 1000.-) und der Preis des Publikums (Fr. 600.-) gingen an Michael Stauffer für den langen lyrischen Text "Der Gehilfe geht". Der zweite Preis der Jury (Fr. 600.-) ging an Andrea Graf für ihre perfekt vorgetragenen Lautgedichte. Der dritte Jurypreis (Fr. 300.-) ging an Markus Stegmann.
Nach Meinung des sachverständigen Publikums hätte Andreas Saurer einen zweiten und Brigitte Tobler einen dritten Preis verdient. Dass sie leer ausgingen hat seinen Grund darin, dass bei ARENA-Wettbewerben stets nur ein Publikumspreis vergeben wird.

Annemarie Schwarzenbach I (22. Mai im Kellertheater – ein Gemeinschaftsprojekt von ARENA und Literaturhaus). Margrit Manz und Valentin Herzog lesen die eben aus dem Nachlass erschienene Erzählung "Eine Frau zu sehen", die von verhaltener Erotik knisternde Geschichte einer Leidenschaft und zugleich das literarisch gestaltete Bekenntnis der Autorin zu ihrer lesbischen Veranlagung.

Annemarie Schwarzenbach II (23. Mai im Literaturhaus Basel – zweiter Teil des Gemeinschaftsprojekts): Alexandra Lavizzari präsentiert und diskutiert ihr eben erschienenes Buch über die leidenschaftliche Begegnung zwischen Schwarzenbach und Carson McCullers im New York des Jahres 1940.
Beide Veranstaltungen stossen erwartungsgemäss auf ein ungewöhnlich starkes Publikumsinteresse.

Ingeborg Kaiser (29. April im Kellertheater, Einführung: Valentin Herzog) liest zum ersten Mal öffentlich aus ihrem soeben im OSL Verlag erschienenen Roman "Alvas Gesichter", einem bestürzenden Dialog zwischen einer realen Erzählerin, die im Tessin Geschichten für ihren Enkel schreiben will, und der namenlosen Alkoholikerin, die sich mit ihren Bekenntnissen rücksichtslos in die eher beschauliche Existenz der Schriftstellerin drängt.
Alvas Gesichter holen die Schriftstellerin immer wieder ein … Es gibt kein Entrinnen.
Sabine Waelti, RZ,10. 5. 08
Ein reicher, reifer, kluger und sorgfältig schöner Text … Einer der viel vom Leben weiss und viel von der Sprache.
Verena Stössinger, bz, 29. 4. 08

Arnold Spescha und Mevina Puorger (8. April im Kellertheater – Kaleidoskop) lesen Gedichte aus Speschas eben erschienenem Band "Ei dat ils muments da pass lev – Zeiten leichtfüssigen Schritts" und diskutieren miteinander – und mit dem Publikum – über die Möglichkeiten des Rätoromanischen Schreibens und insbesondere auch über die Schwierigkeit, lyrischer Texte aus dem klangreichen Sursilvan (Speschas Sprache) in das so viel härtere, aber auch präzisere Deutsch zu übertragen. Bemerkenswert: Spescha fühlt sich immer wieder veranlasst, die deutschen Formulierungen, die seine Übersetzerin Puorger gefunden hat, gegen deren eigene Sprachskepsis zu verteidigen.

Joachim Ringelnatz (13. März im Kellertheater): Eva Hilbck und Valentin Herzog geben einen Überblick über die bewegte Biographie und einen Querschnitt durch das dem Dadaismus nehestehende lyrische Schaffen des vor 125 Jahren geborenen Dichters. Neben die autobiographischen Texte ("Mein Leben bis zum Kriege" und "Als Mariner im Krieg") treten die fulminant sprachspielerischen Gedichte ("Vom Seemann Kuttel Daddeldu", "Seemannstreue", "Das Terrbarium" u. v. a.), die meist in dramatisch inszeniertem Stimmwechsel vorgetragen werden. Das Publikum im bis zum letzten Platz besetzten Kellertheater dankt mit ungewöhnlich heftigem Applaus und grossen Komplimenten.
Ein unterhaltendes und anregendes literarisches Furioso.
Urs Grether, RZ, 20. 3. 08

Elisabeth Binder (29. Januar im Kellertheater, Einführung Valentin Herzog) las aus ihrem jüngsten Roman "Orfeo", der die Wiedeerbegegnung eines seit vierzig Jahren getrennten Paares vor dem Hintergrund der Lagunenstadt Venedig und mit mancherlei Bezügen zum antiken Orpheus-Mythos erzählt.
Faszniert vom antiken Mythos und seinen barocken Bearbeitungen, hat Binder auch die starke Beziehung von Orpheus zur Natur mit [gestaltet] … Bauer, die moderne Romanfigur … versucht sich als Dichter. Sein Paradies ist sein Garten
Magdalena Mühlemann, RZ, 1. 2. 08
Nicht nur die Geschichte wusste an diesem Abend zu bannen, sondern auch die eindringlich-sanfte Art, wie die Autorin las.
Roswitha Frey, Badische Zeitung, 1. 2. 08

Rückschau 2007

Christian Schmutz (30. Januar, Einführung Edith Lohner, Kaleidoskop) erläutert die Eigenheiten des "Senslerdeutschs", also des im deutschsprachigen Teil des Kantons Freiburg – im Sense-Bezirk – gesprochenen Dialekts, der nicht nur durch eigentümliche Wörter wie "Bärisou" (=Parasol, Regenschirm), sondern auch durch seine eigenwillige Lautung auffällt: "Gschicht" wird zu "Gschücht", "Baum" zu "Boom" usw. Ausserdem las er drei lokale Sagen und eine eigene Geschichte.
Mit viel Witz und Charme erzählte er, wie einige Jungs am Hang vor dem Haus ein Skirennen organisierten ind dabei um selber gebastelte Medaillen fuhren – "fascht wie am Lauberhorn".
Rolf Spriessler, RZ, 2. 2. 07

Urs Allemann (15. Februar 2007) Robert Walser – Urs Allemann (15. Februar): Für diese Lesung unter dem Motto "Der ungeliebte Verslimacher" hat der Lyriker, Kritiker und Rezitator Urs Allemann rund dreissig der un- und verkannten Gedichte Robert Walsers ausgewählt, kommentiert und wunderbar vorgetragen, so dass ein ganz neues Bild eines eigenwilligen, widerborstigen, freiwillig komischen und stark von Dada beeinflussten Dichters entstand und sich den erfreulich zahlreichen Zuhörern unvergesslich einprägte.
Als bewährter Vorkoster namentlich von experimenteller Poesie kann Urs Allemann poltern, dass es eine Lust ist … Im Kellertheater aber nahm er sich ungemein zurück; er las die Reimketten Walsers geradezu leise. Als ob er sie hätte verstecken wollen, weil sie so kostbar, so zerbrechlich sind …
Urs Grether, RZ 23. 2. 07

Lukas Hartmann (6. März, Einführung Valentin Herzog): "Die letzte Nacht der alten Zeit", Hartmanns vierter Roman zur Geschichte der Schweiz, schildert den Untergang der alten Eidgenossenschaft (März 1798) aus der Perspektive des Berner Schultheissen Steiger, seines Adjutanten Dubi und der Magd Maria. So überlegen und gekonnt der Autor die dramatischen Ereignisse auf diese drei Protagonisten konzentriert und von ihnen her wieder spannungsreich auffächert, so perfekt gestaltet er auch seine Lesungen.
Die schiere Beiläufigkeit, mit der die ganze Epoche in den Leser einsickert, verrät die Meisterschaft des Romanautors.
Urs Grether, RZ 9. 3. 07

Serhij Zhadan, Ljubko Deresch und Oksana Sabuschko (20. März, Gemeinschafts-veranstaltung mit dem Literaturhaus Basel. Moderation Ilma Rakusa – im Literaturhaus): Die drei Autoren vertreten die jüngste und die jüngere Generation der ukrainischen Literatur. Das Publikum der ARENA – und des Literaturhauses – erlebte mit ihnen einen fulminanten zweisprachigen Abend mit Textproben aus "Depeche Mode", "Die Anbetung der Eidechse" und "Feldstudien über ukrainischen Sex", Statements und Diskussion. Musikalisch wurde die Veranstaltung von Dmitri Batin (Akkordeon) umrahmt.
Rakusa … war voll des Lobes für die äusserst beliebte zornige "Vitalität und ungeheure Sprachkraft", die "in unseren Breitengraden gar nicht mehr da" sei. Gewiss hängt hier … der Segen einer drallen Aufbruchs- und Gründerzeit …
Urs Grether, RZ 23. 3. 07

Rudolf Bussmann (17. April, Einführung Urs Allemann): Zwei Jugendfreunde, Ottavio und Juan, begegnen sich nach langer Zeit in unerwarteten Rollen: Juan ist eigenwilliger Spezialist für Betriebssanierungen, Ottavio Kadermitglied der zu sanierenden Firma. In einer "langen Nacht der Rechenschaft" (Allemann) erzählt Ottavio, der unter aggressivem Auftreten hohe Sensibilität versteckt, dem zum kalten Zyniker gewordenen Juan aus seinem Leben. In seiner sehr konzentrierten Lesung liess Bussmann vor allem den Frauenhelden Juan plastisch werden.
Rudolf Bussmann las … aus seinem neuen Roman. Nach einem kurzen, sehr einfühlsamen Geleitwort von Urs Allemann, breitete Bussmann seine sorgfältig gearbeitete Komposition aus. Er las wohltuend unaufgeregt.
Urs Grether, RZ 20. 4. 07

Thomas Brunnschweiler und Beat Rink (3. Mai im Gartensaal, Moderation Valentin Herzog): Unter dem Motto "Antwort erbeten" sprechen zwei literarisch tätige Theologen über Motive, Zielsetzung und Eigenheiten ihres Schreibens und lesen Kostproben aus ihrem Schaffen: Erzählungen (Brunnschweiler) und Aphorismen ( Rink).
Thomas Brunnschweiler las kleine Alltagsbeobachtungen, die ihm als Fragmente für spätere Kurzgeschichten dienen. […] Rinks sorgfältig gebaute Worthäppchen entlockten dem Publikum … erstauntes Lachen, wenn eine Pointe unvermittelt aufging: "Beim Korrigieren eines Aphorismus: Ein letzter Schliff und er ist weg."
Sibylle Meyrat, RZ 11. 5. 07

Daniel Goetsch (12. Juni, Einführung Elke Müller) präsentiert seinen dritten Roman: "Ben Kader",die faszinierende Geschichte einer Identitätssuche zwischen einer gefährdeten Liebes- und einer belastenden Vaterbeziehung, zwischen ungewisser Zukunft und schlimmen Erinnerungen – und zwischen helvetischer Normalität auf der einen, den langen Schatten einer armenisch-französisch-algerischen Familiengeschichte auf der anderen Seite. Aufschlussreiche Diskussion: Goetschs Vorfahren mütterlicherseits waren Algerienfranzosen.
Araber, Franzose, Italiener – im Roman von Daniel Goetsch werden sie als Zuschreibungen von aussen sichtbar, die zwar identitätsstiftend, aber höchst fragwürdig sind. Araber als die anderen, ald Bedrohung für die westliche Welt schlechthin – dieser Diskurs … gab den Anstoss zu seinem äusserst lesenswerten Buch.
Sibylle Meyrat, RZ 15. 6. 07

Wolfgang Bortlik (4. September im Gartensaal der Alten Kanzlei, Einführung Valentin Herzog) liest eine gekürzte Fassung des Textes "Ambrosiaherz", den er dankenswerterweise für das ARENA Jahresheft aus dem "Steinbruch" eines in Arbeit befindlichen Romans zusammengestellt hat. Es geht darin um einen Herrn Fischer, einen Intellektuellen, dem das Leben "ziemlich durcheinander geraten" ist und den Frau und Kinder verlassen haben. Während der Ferien soll er das schmucke Einfamilienhäuschen seiner Gattin (in Riehen) hüten, Katze füttern, Blumen giessen – eine anspruchsvolle Tätigkeit, bei der ihm pausenlos die wildesten Fehlleistungen passieren.
Auch für diesen Text sowie für Bortliks satirische Gedichte gilt was die taz seinerzeit über ihn schrieb: "Überall gibt es Feindbilder, auf die Bortlik mit Lässigkeit eindrischt."
Bortlik schaffte es, alle für seinen Humor zu begeistern und dem Publikum Lacher zu entlocken.
Joëlle Homberger, Badische Zeitung, 6. 9. 07

Hanna Johansen (18. September im Gartensaal der Alten Kanzlei, Einführung Katja Fusek) stellt mit einer dramaturgisch gekonnt gestalteten Lesung der beiden Anfangskapitel ihren neuen Roman "Der schwarze Schirm" vor. Es geht dabei um zwei extrem gegensätzliche Frauen, die sich in einem Zug begegnen und deren Schicksal sich auf ebenso zufällige wie verhängnisvolle Weise miteinander verknüpft. Mit der Art ihres Vortrags gelingt es der Autorin, die äusserst subtile Ironie, mit der sie Claire und Rose betrachtet, wirkungsvoll zur Geltung zu bringen.
Meisterhaft zugespitzte Dramaturgie und Feinabstimmung …Was für ein lohnender Abend.
Urs Grether, RZ, 28. 9. 07

Homer und Urs Allemann: "Die Odyssee berndeutsch" (30. Oktober im Gartensaal der Alten Kanzlei – Kaleidoskop). Nach einer brillanten Einführung, die Ilias und Odyssee als Werke an der Nahtstelle zwischen mündlicher Überlieferung und schriftlicher Fixierung charakterisierte, las Allemann vor einem überraschend zahlreichen und höchst interessierten Publikum den ganzen fünften Gesang des von Albert Meyer ziemlich frei ins Berndeutsche übertragenen Epos: Den Rat der Götter, Hermes' unangenehme Mission bei Kalypso, den Flossbau, die Meerfahrt und schliesslich den furchtbaren Sturm, in dem Odysseus trotz allem untergegangen wäre, hätte nicht die freundliche Galathea ihn mit ihrem Schleier und guten Ratschlägen gerettet. Ein fabelhafter Abend, der bewies, wie lebendig und fesselnd Homers Dichtung – richtig präsentiert – auch heue noch sein kann.

Michael Schneider (1. November im Cagliostro-Pavillon, Riehen, Einführung G. Ravasio vom Verlag Kiepenheuer & Witsch): Mit geschickt ausgewählten Passagen und eingestreuten Zauberkunststücken präsentierte der Autor an diesem historischen Ort seinen voluminösen Roman "Das Geheimnis des Cagliostro". Schneiders Anliegen ist es, dem verrufenen Hochstapler insofern Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, als er dessen "ganzheitlichen" Ansatz bei der Behandlung Kranker und darüber hinaus seinen sozialen Einsatz für die Armen und Ärmsten aufzeigt.
Ein packender Roman, der die Leser in die Lebens- und Vorstellungswelt des 18. Jahrhunderts eintauchen lässt.
Sibylle Meyrat, RZ, 9. 11. 07

Navid Kermani (15. November im Kellertheater, Einführung Valentin Herzog) stellte seinen jüngsten Roman "Kurzmitteilung" vor, las daneben aber auch eine der Erzählungen aus "Du sollst" und eine seiner mit raffiniertem Witz und viel Selbstironie geschriebenen Kolumnen. So entstand ein differenzierteres Bild vom Schaffen des Autors, als man es bekommen hätte, wenn er nur aus seinem Roman gelesen hätte, der als Rollenprosa (eines kaltschnäuzigen Machers mit psychischen Defiziten) so überzeugend ist, dass man Gefahr läuft den Autor mit dem Ich-Erzähler zu verwechseln.
Kermani, der nicht nur Schriftsteller, sondern ebenso habilitierter Orientalist ist, [gestaltet] auf provokante Art die Begegnung von Tradition und Moderne, Islam und dem Westen, indem er seine Protagonisten über gegenseitige Vorurteile lästern lässt.
Sibylle Meyrat, RZ, 23. 11. 07

Anita Siegfried ( 4. Dezember im Kellertheater, Einführung Elke Müller) las aus ihrem facettenreichen Roman über Ada Lovelace Byron: "Die Schatten ferner Jahre". Ada war nicht nur die Tochter des grossen Dichters, den sie nie gekannt hat, dessen romantisch-exzessive Persönlichkleit sie aber zunehmend faszinierte – Ada war auch eine begnadete Mathematikerin, die zusammen mit Babbage die Grundlagen fürs Programmieren digitaler Maschinen entwickelte. Und sie war selber eine exzentrische Gestalt, verstiess laufend gegen die Normen ihrer Gesellschaft und starb sehr jung an Krebs. Neben der eigentlichen Lesung gab Anita Siegfried freimütige Einblicke in ihre Arbeitsweise.

Rückschau 2006

Salon St. Petersburg (24. Januar – Gemeinschaftsveranstaltung mit dem Literaturhaus Basel, Einführung: Martin Coerper). Maria Thorgevsky und Dan Wiener rezitieren und musizieren aus der Welt der russischen Dichter des goldenen Zeitalters. Sie werden begleitet von Alexander Ionov (Balalaika) und Sergej Simbirev (Akkordeon).
Die vier hatten ein kurzweiliges Programm … einstudiert, das seine Vitalität wesentlich aus der theatralischen Energie Maria Thorgevskys bezog. … Sie gibt den "Romanzen" den Anflug von Bohème und Provokation und macht sie so heute noch hörenswert.
(Nikolaus Cybinski, RZ, 3. 2. 06)

Hoo Nam Seelmann (21. Februar) gibt einen Überblick über die Umwälzungen, die sich in der koreanischen Literatur im Lauf des letzten Jahrhunderts vollzogen haben. Die gebürtige Koreanerin, die in Deutschland studiert hat und heute in Riehen als Übersetzerin und Publizistin zu Hause ist, versteht es hervorragend, die Einflüsse der verschiedenen Kolonialmächte und der gesellschaftlichen Umwälzungen auf die Literatur ihrer Heimat zu analysieren und nachvollziehbar zu machen. Elke Müller und Valentin Herzog lesen Texte, an denen diese Veränderungen sichtbar werden.

Gerold Späth (19, März, Matinée im Lüschersaal, Einführung Oliver Bader) liest aus seinem eben erschienenen Roman "Aufzeichnungen eines Fischer" – ein fulminantes Comeback.
…Späth hat seinen Leuten genau aufs Maul geschaut. Die Dialoge in den "Aufzeichnungen eines Fischers" wirken wie gerade eben in der Beiz mitgeschnitten … Das ergibt eine Wirkung von Unmittelbarkeit und Lebensnähe, wie sie bei Schweizer Schriftstellern eher selten anzutreffen ist.
(Sibylle Meyrat, RZ, 24. 3. 06)

Oscar Peer (28. März, Einführung: Edith Lohner, Kaleidoskop) stellt sein jüngstes Werk "Akkord/il retuorn" vor, die Geschichte eines Ausgegrenzten, der nach Verbüssung einer Gefängnisstrafe in sein Engadiner Dorf zurückkehrt.
Es gehört Mut dazu, heute literarisch über eine alpine dörfliche Lebenswelt zu schreiben, die es so nicht mehr gibt. Trotz ausführlicher Landschaftsbeschreibungen umschifft Oscar Peer souverän die Klippe beschaulicher Heimatliteratur. Verklärung liegt ihm fern. Dazu kennt er die Figuren, über die er schreibt, wohl zu gut.
(Sibylle Meyrat, RZ, 7. 4. 06)

Beate Rothmaier (16. Mai, Einführung: Valentin Herzog) liest aus ihrem kürzlich erschienenen Erstlingsroman "Caspar". Es handelt sich dabei um eine perspektiven- und facettenreich geschriebene Geschichte, in deren Mittelpunkt die historisch dokumentierte Figur eines Findelkinds im ausgehenden 18. Jahrhundert steht.
Kleines Schicksal gross erzählt … Rothmaier schlüpft mit viel Empathie in diese Figur, die in jeder Hinsicht am Rand steht, und rückt sie ins Zentrum. Geradezu körperlich spürbar macht sie die Energie, die Caspar antreibt: Er will ausbrechen, lernen, weiterkommen, verstehen – was ihm stückweise auch gelingt.
(Sibylle Meyrat, RZ, 26. 5. 06)

Margrit Schriber (30. Mai, Einführung: Iren Nussberger) stellt ihr jüngstes Buch "Das Lachen der Hexe" vor, in dem es um die historische Figur einer gewissen Anna Maria Gwerder geht, die 1752 im Gefängnis von Schwyz an den Folgen der Folter starb, bevor sie noch in einem ordentlichen Verfahren als Hexe abgeurteilt werden konnte.
Margrit Schriber treibt ihre Geschichte mit einer schnörkellosen Sprache, versetzt mit Dialektausdrücken, ihrem unvermeidlichen Ende entgegen … Die Sinnlichkeit, mit der Margrit Schriber in die Lebenswelt eines abgelegenen Alpendorfs im 18. Jahrhundert eintaucht, entwickelt einen Sog, dem sich ihre Leser schwerlich entziehen können.
(Sibylle Meyrat, RZ, 2. 6. 06)

Valentin Herzog (5. September im Anschluss an die Mitgliederversammlung, Einführung Katja Fusek) präsentiert seine unter dem Titel "Karims Café" erschienenen "Geschichten aus Marokko", in denen er Erfahrungen und Eindrücke literarisch souverän umsetzt und sich feinfühlig der widersprüchlichen Realität des Landes annähert.
Der Ton bleibt frisch, die Figuren plastisch, das ausgelegte Gewebe hält die wachsende Spannung … durch. Dass sich die unterschiedlichen Zivilisationen – hier die Europäer, dort der durch seine dunkle Haut zusätzlich ausgegrenzte Araber – letztlich nur berühren können, flicht neben leiser Ironie einen erst recht tragischen Unterton ein.
(Urs Grether, RZ, 8. 9. 06)
(Zugleich mit "Karims Cafe" wird auch das ARENA Heft 7 vorgestellt, das neben dem Jahresbericht 2005 unter dem Titel "Titbouline" sechs weitere marokkanische Erzählungen des ARENA Vorsitzenden bringt.)

Paul Niederhauser (26. September, Einführung Edith Lohner, Kaleidoskop) führt auf einen heiter-besinnlichen Streifzug durch die bernische Mundart und Mundartliteratur mit manchmal heimeligen, öfters besinnlichen, gelegentlich bitterbösen Texten von Urs Frauchiger, Hans Zulliger, C. A. Loosli, Ernst Eggimann, Christine Kohler, Kurt Marti, Ernst Burren u. v. a.
Die Alterslosigkeit, die ihm (Niederhauser) provozierend gut zu Gesicht steht, gehört zu diesem stupenden Parforceritt durch zweihundert Jahre Berner Mundartdichtung.
(Urs Grether, RZ, 29. 9. 06)

Katja Fusek (16. November, Einführung Valentin Herzog) stellt ihren zweiten Roman vor: "Die stumme Erzählerin", eine auf eigenwillige Weise raffinierte, ebenso subtil wie poetisch erzählte Geschichte von der wortlosen Begegnung zweier Menschen, die auf sehr unterschiedliche Art vom Schicksal gezeichnet sind.
Die bis zum Ende des Romans in Engführung mit dem Leben der realen Figuren sich verdichtende Geschichte zieht in einem geschickten Spiel der Erzählebenen den Leser sanft mit sich. […] Der Roman Fuseks erstaunt nicht nur durch das erzählerische Konzept, sondern vor allem durch den radikal weiblichen Standpunkt, in welchem für einmal ein Mann zur Projektionsfläche weiblicher Fantasien wird.
(Arlette Schnyder, RZ, 24. 11. 06)

Peter Stamm (5. Dezember, Einführung Lea Meier), liest in leicht geraffter Form den Anfang seines neuen Romans "An einem Tag wie diesem". Mit fast asketischer Nüchternheit (im Gespräch fiel der Begriff "Minimalismus") berichtet der Autor von einem Schweizer Lehrer, der sich nach 18 Arbeitsjahren in Paris plötzlich aus seiner bequemen Routine gerissen sieht.
Gäbe es, was den Umgang mit dem Publikum betrifft, einen Preis für den unzickigsten Schriftsteller, so gehörte er niemand anderem als Peter Stamm. Das war kürzlich in einer deutschen Zeitung zu lesen. Wer den Autor in Riehen erlebt hat, dürfte dieser Wahl ohne Zögern zustimmen.
(Sibylle Meyrat, RZ, 8. 12. 06)

Rückschau 2005

Peter von Matt (Dienstag, 18. Januar im Lüschersaal, Moderation Alexandra Stäheli, Gemeinschaftsveranstaltung mit dem Literaturhaus Basel): "Ich b-hof. Wo du???" Der bekannte Germanist stellt sich der Frage: Vergammelt unser Deutsch?
Alle erlebten einen munter geistreichen Emeritus, der in seinem langen Professorenleben nicht vergessen hat, dass gewitzte Bemerkungen und spontanes Lachen auch ernste Themen wunderbar schmücken können … Langer Beifall.
(Nikolaus Cybinski, RZ, 21. 1. 05)

Pham Ti Hoai (Donnerstag, 3. Februar, Einführung Oliver Bader): Die vietnamesische Schriftstellerin, die heute in Berlin lebt, liest veröffentlichte und neue Texte und berichtet über die Wirklichkeit ihrer Heimat.
Sie öffnet mit ihren Texten Fenster in die Gegenwart eines Landes, das im Westen noch weitgehend unbekannt ist […] die merkwürdige Mischung aus Fremd- und Vertrautheit macht Lust auf mehr.
(Sibylle Meyrat, RZ, 9. 2. 05)

Urs Allemann (Dienstag, 15. März, Einführung Valentin Herzog): "Tausend Küsse und noch und noch" – erotische Gedichte aus dem alten Rom.
Gruss dir, Mädchen, mit der nicht kleinen Nase / mit nicht niedlichem Fuss, nicht schwarzen Äuglein […] Dir wagt man meine Lesbia zu vergleichen? O Jahrhundert, wie bist du geistlos, witzlos!
(Catullus, 43)

Hilda Jauslin (Donnerstag, 14. April, Einführung Edith Lohner): "Joruus – Joryy" Die im Basler Dialekt schreibende Autorin stellt auf Einladung des KALEIDOSKOP ihren eben im OSL Verlag erschienenen Gedichtband vor.
Hilda Jauslin versteht es, anhand schlichter Momentaufnahmen ausdrucksstarke Bilder zu evozieren: Blicke in den Garten … Szenen aus der Basler Innenstadt – unspektakulär zunächst, doch oft von grosser poetischer Kraft.
(Sibylle Meyrat, RZ. 22. 4. 05)

René Regenass (Dienstag, 3. Mai, Einführung Valentin Herzog): "Wegmarken". Die ARENA feiert den 70. Geburtstag des ihr seit jeher verbundenen Autors und präsentiert seinen neuen Geschichtenband, der ebenfalls im OSL Verlag erschienen ist.
Die Geschichten sind fein gezeichnete Miniaturen, oft durchsetzt mit subtilem Humor. Kaum eine ist länger als drei Taschenbuchseiten, viele enthalten Stoff für ein ganzes Buch. Sie entstanden mit dem Blick des bald Siebzigjährigen, der zurückschaut, ohne an der Vergangenheit kleben zu bleiben.
(Sibylle Meyrat, RZ. 13. 5. 05)

Lukas Hartmann (Donnerstag, 23. Juni, Einführung Iren Nussberger): "Die Deutsche im Dorf" – ein Roman, in dem es um Fremdenfeindlichkeit, aber auch um Täter- und Opferrollen sowie um misslungene Bewältigung der Vergangenheit geht.
Fragen über Fragen in diesem psychologisch durchdachten Roman, den Hartmann nicht nur liest, sondern sogar szenisch gestaltet und den Fortgang der Geschichte sehr lebendig und neugierig machend erzählt.
(Jürgen Scharf, Oberbadisches Volksblatt/Südkurier, 25. 6. 05)

Markus Ramseier (Dienstag, 30. August, Einführung Valentin Herzog): "Der das Licht anzündet" – diese eigens für die ARENA verfasste Erzählung und weitere Texte stellt der zunehmendes Interesse verdienende Autor im Rahmen der ARENA-Mitgliederversammlung und der Präsentation des neuen ARENA-Hefts vor.
Sec und lakonisch ist Ramseiers Stil, in fast wortkarger Dramatik erzählt er von menschlichen Abgründen. Mit seinen Romanen hat er sich einen Namen gemacht. Für seine Erzählung "Asseln" erhielt er den Bettina-von-Arnim-Preis.
(BaZ, 30. 8. 05)

Tim Krohn (Dienstag, 20. September, Einführung Lea Meier): "Heimweh" – ein Buch voller Sehnsucht und voller Hoffnung, das auf betörende Weise vom Schmerz und vom Zauber der Jugend erzählt.
Drei Geschichten enthält das Buch. In jeder steht ein Junge im Mittelpunkt. Alle sind sie grundverschieden und doch verbindet sie das Gefühl der Verlassenheit und die Suche nach einer inneren Heimat.
(Sibylle Meyrat, RZ. 23. 9. 05)

Bruno Epple (Dienstag, 25. Oktober, Einführung Edith Lohner): Der am Bodensee lebende Autor gibt als Gast des KALEIDOSKOP Kostproben seiner in Mundart geschriebenen und zugleich vom Geist der grossen abendländischen Dichtung durchwehten Lyrik.
Wenn Bruno Epple seine Heimat besingt, dann gedenkt er nicht nur eines Walafried Strabo, sondern er lässt seine Gedanken bis nach Basel schweifen, um sich des Johann Peter Hebel zu erinnern, oder er lässt die rosenfingrige Eos aufsteigen und die Antike anklingen …
(Barbara Imobersteg, RZ. 28. 10. 05)

Karl-Heinz Ott (Donnerstag, 10. November im Gartensaal der Alten Kanzlei, Einführung Oliver Bader): "Endlich Stille" lautet der vielsagende Titel des abgründigen und anspielungsreichen Romans, den der Freiburger Autor in die ARENA bringt.
Als Otts Roman in diesem Frühjahr erschien, wurde er von allen Seiten mit Begeisterung aufgenommen. Sehr zu Recht, denn … dem Roman wohnt eine Spannung inne, die man sonst nur bei einem Psychothriller vermuten würde.
(RZ. 4. 11. 05)

Katja Fusek (Dienstag, 29. November im Lüschersaal, Einführung Valentin Herzog): "Der Drachenbaum" vereinigt 16 anrührende Erzählungen, die kürzlich im OSL Verlag erschienen sind. Katja Fusek ist Mitglied des ARENA-Teams.
Kaum eine Erzählung von Katja Fusek, der nicht ein Geheimnis innewohnt […] Das eigene Erlebnis des Fremdseins und der Einsamkeit hat wohl auch den Grund gelegt für ihre grosse Erzählkunst und ihren unerschöpflichen Reichtum an Fantasie, dem man im "Drachenbaum" wiederum begegnen kann.
(Barbara Imobersteg, RZ. 2. 12. 05)

Rückschau 2004

Andrea Jundt (27. Januar, Einführung Edith Lohner) liest im Dialekt der Gegend geschriebene Erinnerungen aus dem Lauterbrunnental.
Andrea Jundts Geschichten … kamen mit jener Frische und Lebendigkeit daher, die der mündlichen Sprache eigen ist … Bei Jundt klingt jeder Satz wie aus dem Leben gegriffen. Aus einem Leben allerdings, das ausgesprochen idyllisch anmutet.
(Sibylle Meyrat, RZ)

Urs Allemann (10. Februar, Einführung Valentin Herzog) stellt im Dialog mit dem Schlagzeuger Matthias Würsch seinen Gedichtband "schoen! schoen!" vor.
Verfremdung ist auch bei Allemann stets präsent. In die klassischen Versformen der Elegie, des Sonetts und der Ode hat der Lyriker, den ein Kritiker als "Orpheus am Laptop" bezeichnete, eine gänzlich moderne Sprache gegossen.
(Sibylle Meyrat, RZ)

Ernst Halter (30. März, Einführung Katja Fusek) liest aus "Die Stimme des Atems. Wörterbuch einer Kindheit".
Die Ergänzung der persönlichen Erinnerungen durch die Zeitungsartikel machen den Text zu einem Stück erlebter Lokalgeschichte, die um so lesenswerter wird, weil sie frei bleibt von Abrechnungen und Schuldzuweisungen, aber auch von Verklärungen.
(Nikolaus Cybinski, RZ)

Gabrielle Alioth (22. April, Einführung Valentin Herzog) stellt ihren neuen Roman "Die Erfindung von Liebe und Tod" vor.
Die Übergänge sind virtuos gestaltet, manchmal wechselt Alioth im gleichen Satz mehrmals die Erzählebene. Das verlangt de,m Leser einiges an Geduld ab, entwickelt aber zusehends einen unverwechselbaren Sog, einen eigenen Rhythmus und eine eigene Realität.
(Sibylle Meyrat, RZ)

Gisela Widmer (3. Juni, Einführung Iren Nussberger) liest die Erzählung "Sapis Schlaf" aus ihrem neuen Erzählband "Liebesgrund".
Offensichtlich hatte Gisela Widmer mit der Beschreibung ihres Protagonisten an einen Punkt gerührt, der viele im Publikum beschäftigte …
(Sibylle Meyrat, RZ)

25 Jahre ARENA (20. Juni, Moderation Valentin Herzog). In einer festlichen, musikalisch umrahmten und durch ein sehr freundliches Grusswort der Gemeinderätin Maria Iselin-Löffler eröffneten Soirée im Lüschersaal werden elf "Monatsgeschichten" von elf zu einem Wettbewerb eingeladenen Autoren dem Publikum durch die neutrale Sprecherin Franziska von Arx vorgestellt. Den "Autorenpreis" der ARENA vergibt die Jury, die aus den elf Teilnehmern besteht. Er geht an Heinrich Wiesner. Den von der Gemeinde Riehen gestifteten "Publikumspreis" vergeben die anwesenden Freundinnen und Freunde der ARENA in geheimer Abstimmung. Er geht an Alberigo Tuccillo. Ausser diesen beiden haben sich am Wettbewerb beteiligt: Klaus Merz, Martin Roda Becher, Erich Grasdorf, Daniel Zahno, Walter Schüpbach, Ernst Reinhardf, Wolfgang Bortlik, Verena Stössinger und Ingeborg Kaiser (in der Reihenfolge der von ihnen thematisierten Monate).
Die ARENA hat sich stets als kleines, aber feines Unternehmen ausgezeichnet, das immer mit hochkarätigen Überraschungen aufwarten konnte.
Dominik Heitz, Basler Zeitung

Alberigo Tuccillo und Heinrich Wiesner (31. August, Einführung Valentin Herzog) lesen ihre preisgekrönten Wettbewerbstexte und weitere "Geschichten ohne festen Wohnsitz" (Tuccillo).
Zwei Meister der kurzen Form …
Sibylle Meyrat, RZ

Albert M. Debrunner (24. September, Einführung Rosemarie Schürch): stellt seine Studie über René Schickeles Schweizer Emigrationsjahre vor: "Freunde es war eine elende Zeit".
Bereits bei der Lesung wurde klar, dass Debrunners Studie ausgedehnte Recherchen vorangegangen waren … Aus unzähligen Quellen hatte er sein Material geschöpft und zu einer … lückenlosen Dokumentation gefügt … eine Fundgrube an Fakten …
Sibylle Meyrat, RZ

Christian Schmid (21. Oktober, Einführung Edith Lohner) liest aus seinen Geschichten über Wörter "Durchs wilde Wordistan".
Die Geschichten haben zwar einen Schluss, aber kein Ende. Man könnte sie unendlich weiterspinnen. Mit jedem Wort eröffnet sich wieder ein neues Umfeld, das es ebenso wert wäre, erforscht zu werden.
Karin Müller, RZ

Hansjörg Schneider (4. November, Einführung Katja Fusek) liest aus dem teilweise in Riehen spielenden Roman "Wasserzeichen" und seinem neueste Krimi: "Hunkeler macht Sachen".
Wer sich nicht von der Rollenbesetzung durch Matthias Gnädigerhat beirren lassen, hat an diesem Abend schon mehrmals an die Ähnlichkeit zwischen Schneider und seiner Romanfigur gedacht. Hunkeler, das ist der eigenwillige Fahnder, der mit Kenntnis, Gespür und Verständnis die Spuren sucht.
Barbara Imobersteg, RZ

Ursula Fricker (23. November, Einführung Iren Nussberger) stellt ihren autobiographisch gefärbten Erstlingsroman "Fliehende Wasser vor.
Ursula Fricker entwirft das Bild dieser schier hoffnungslosen Familiensituation mit beklemmender Sachlichkeit. Da gibt es kein Wort zuviel, und jedes sitzt am rechten Ort.
Valentin Herzog, Basler Zeitung

Ahne (17. Dezember, Moderation Oliver Bader), der Berliner Surfpoet liest Texte und lädt zur Surfdisco – und zwar im Keller des Deutschen Seminars am Nadelberg.
So zimmert er geschickt improvisierend seine monologischen Texte, gleichsam auf Dieter Hildebrandtsche Art, zu einem amüsanten Sprachmix … Auf den Mund ist er nicht gefallen.
Nikolaus Cybinski, RZ

Rückschau 2003

Peter Weber (4. Februar, Einführung Oliver Bader) stellt sein jüngstes Buch "Bahnhofsprosa" vor: Dann folgen längere Passagen, die vor allem durch den Rhythmus wirken. Ein Wort bringt das nächste hervor ... Wie im Jazz wird ein Thema umkreist, weiterentwickelt, variiert ... Und ab und zu scheint ein kleines Wunder auf, eine "Purpurminute".
(Sibylle Meyrat, RZ)

Waltraud Meissner (25. Februar, Einführung Edith Lohner) liest "Pfälzer Philosvie, Tierisch- Ernstes, Menschlich- Heiteres" (Gedichte) im Foyer des Lüscherhauses (KALEIDOSKOP -).
"Läwe" ist lebenswert! Es sperrt sich nicht dagegen, gereimt zu werden, und dabei beweist Waltraud Meissner erstaunliches Geschick. Gelegentlich harzen zwar ihre Reime, doch das stört nicht ernsthaft.
(Nikolaus Cybinski, RZ)

Emil Zopfi (28. März, Einführung: Lea Meier) liest aus seinem neuen Roman "Steinschlag", in dem es um eine junge Bergführerin geht, die von einem alten Kollegen zu einer Rettungsaktion mitgenommen wird.
Emil Zopfi, der Computerfachmann und seit vierzig Jahren leidenschaftlicher Bergsteiger ... ist ein genauer Beobachter, einer, der als Schreibender weiss, dass anspruchsvolle Literatur auch aus der genau kalkulierten Fülle präziser Details lebt.
(Nikolaus Cybinski, RZ)

Peter Urban (29. April, Einführung: Rosemarie Schürch) berichtet in einem ausserordentlich aufschlussreichen Vortrag von seinen Erfahrungen als Übersetzer und Herausgeber der Werke von Anton ?echov.
Ein guter Übersetzer, das war aus Urbans Erläuterungen zu schliessen, kennt die Stellen, wo die Gefahren der Verfälschung lauern, und versucht sie zu umgehen. Ganz einfach ist das nicht, weil die Wörter in ihren Sprachen ihre jeweilige Bedeutung haben und darum nicht ohne semantische Verluste übersetzbar sind.
(Nikolaus Cybinski, RZ)

Pessoa-Nacht mit Peter Hamm (14. Mai im Meierhof, Einführung: Alexandra Stäheli). Der bekannte Literaturkritiker zeichnet in Wort und Film ein Bild des grossen Portugiesen und spricht über Fernando Pessoas "Buch der Unruhe".
Peter Hamm zeigte die Bedeutung von Pessoas Werk für die europäische Moderne auf und entdeckte im portugiesischen Dichter einen entfernten Verwandten von Robert Walser ...
(Sibylle Meyrath, RZ)

Marina Markees (20. Mai ,Einführung: Edith Lohner, musikalische Umrahmung: Karin Löffler) stellt ihren eben erschienenen Roman "Küchenliebe, eine Biografie al dente" vor, einen sinnlichen Roman mit Biss, eine Familiensaga voller Aromen. (KALEIDOSKOP)
In ihrem Roman ... zeigt sich Marina Markees als Erzählerin mit grosser Phantasie, die vor allem in kleinen Wendungen für witzige Überraschungen sorgt ... Das zahlreich erschienene Publikum liess sich gerne von Küchenliebe anstecken.
(Sibylle Meyrat, RZ)

Katja Fusek (26. August, Einführung Valentin Herzog) liest ihre im vierten ARENA-Heft erschienene Erzählung "Der graue Antiquar" und diskutiert darüber mit der bekannten Basler Antiquarin Annemarie Pfister.
Ohne Pathos stellt Katja Fusek die verschiedenen Gefühlszustände dar. Ihre sensiblen Schilderungen rücken die Figuren in lebendige Nähe, die Zuhörerschaft hat Anteil am Geschehen. Die grossen Themen wie Leidenschaft, Schuld und Sühne holt die Autorin mit ihrem feinen Humor immer wieder in die Alltagsrealität.
(Barbara Imobersteg, RZ)

Kurt Gerber (19. September, Einführung: Lea Meier) stellt seinen Kantonsführer "s Baselbiet: erfassen, erleben, geniessen" vor. (KALEIDOSKOP)
Seine spannenden und mit Anekdoten gewürzten Ausführungen wirkten anhand von Dias besonders lebendig und machten "gluschtig" auf einen baldigen Ausflug in unseren Nachbarkanton.
(RZ)

Alex Capus (4. November, Einführung: Iren Nussberger) liest aus seinem neuesten Roman "Glaubst du, dass es Liebe war?", der davon handelt, wie "mein Fahrradmechaniker Harry Widmer junior ein ziemlich guter Mensch wurde – er, der stets ein Prachtskerl von einem Schweinehund gewesen war."
Diesem Provinzcasanova heftet sich der Erzähler an die Fersen, beobachtet seine hinterhältigen Gemeinheiten ... und berichtet darüber in lakonischem Tonfall. Beschönigt nichts, klagt aber auch nicht an ... In der Kunst Menschen so zu schildern, dass sie trotz oder gerade wegen ihrer Schwächen liebenswert sind, zeigte sich Capus schon in seinen früheren Büchern als Meister.
(Sibylle Meyrath, RZ)

J. R. R. Tolkien und die Reise der Gefährten – ein multimedialer Ausflug nach Mittelerde mit Bildern, Texten (gesprochen von Hans-Jürg Müller) und Musik (Ann Allen und Baptist Romain). Konzept und Realisation: Marcel Mertz mit Lea Meier. (11. November)
Marcel Mertz hat den Abend als Geografiestunde konzipiert. Von braunen Wüsteneien, fürchterlichen Hügelketten und dem verlorenen grünen Auenland war die Rede, was sich bisweilen mit Hilfe der Musik zum stimmungsvollen Tableau verdichtete ...
(Benjamin Herzog, BaZ)

Armin Strohmeyr (27. November, Einführung: Thomas Wilhelmi) berichtet über die "schwierige literarische Freundschaft" zwischen René Schickele und Annette Kolb und stellt seine kürzlich erschienene Biographie der "Dichterin zwischen den Völkern" vor.
Der Briefwechsel zwischen Annette Kolb und René Schickele ist ein beeindruckendes persönliches und geistesgeschichtliches Dokument ... In seinem Vortrag geht Armin Strohmeyr auf die schwierige literarische Freundschaft und auf Annette Kolbs Leben in Badenweiler ein und zitiert auch aus ihren Briefen ...

Rückschau 2002

Michel Martin (29. Januar, Kellertheater im Haus der Vereine, Einführung Marcel Mertz) berichtet mit hervorragendem Bildmaterial über seine Erfahraungen bei der Erforschung eines umstrittenen Phänomens, nämlich der so genannten "Kornkreise", wie sie vor allem in England immer häufiger zu beobachten sind.
Das Kellertheater war übervoll besetzt. Ein interessanter Abend, bei dem für einmal die (Schrift-?)Zeichen nicht ausgelegt wurden, sondern im Raume stehen blieben – im wahrsten Sinne des Wortes Fragezeichen.
(Franz Osswald, RZ, 1. 2. 02)

Peter Stamm (12. März, Gartensaal im Haus der Vereine, Einführung Iren Nussberger) liest aus seinem neuen Roman "Ungefähre Landschaft", der vom Schicksal der jungen Zöllnerin Kathrine in einem nordnorwegischen Dorf erzählt.
Peter Stamm wird für seine knappe Sprache gelobt. Ähnlich knapp agierte er bei der Lesung. Ohne grosse Umschweife begann er zu lesen. Er fuhr fort, ohne aufzublicken, und zog das Publikum hinein in die von ihm mit wenigen Worten präzis wiedergegebene Landschaft im hohen Norden.
(Judith Fischer, RZ, 15. 3. 02)

Manfred Jung (16. April, Foyer des Lüscherhauses, Einführung Edith Lohner) liest unter dem Motto "verruckt kommod" Gedichte und Prosatexte in seiner alemannischen Mundart.
Das Vorurteil, dass Mundartliteratur weniger anspruchsvolle Literatur sei, existiert noch immer. Deshalb tun Gegenbeweise immer wieder gut. Ein eindrücklicher Gegenbeweis war der KALEIDOSKOP-Abend ... musikalisch begleitet von der Gitarristin Sabine Ging-Jung, die passend zu den Texten mal filigran, mal temperamentvoll spielte.
(Judith Fischer, RZ, 19. 4. 02)

Hanna Johansen (24. April, Kellertheater, Einführung Renate Löffler) stellt ihren neuen Roman vor, dessen 80jährige Haupt- und Titelfigur Lena vergeblich versucht, ihrer "Nichte" Phia die lange verschwiegene Wahrheit zu eröffnen, dass sie in Wirklichkeit ihre Tochter ist.
Würde Hanna Johansen nicht schreibend über diese Zwischentöne verfügen, die sonst niemand hat, so würde sich angesichts der beiden (Lebens-)Lügen-Geschichten ständig die Frage nach ihrer Plausibilität stellen. Mit und dank den Zwischentönen ist alles ganz von selbst genau so, wie es erzählt wird: glaubwürdig, plausibel, verrückt, ver-rückt!
(Heinz Schafroth, BaZ, 12. 4. 02)

Andreas Schendel (13. Juni, Haus der Vereine, Einführung Valentin Herzog) präsentiert seinen eben erschienenen Roman "Fluchtpunkt", die Geschichte eines Liebespaares, das inmitten der Wirren des Zweiten Weltkriegs versucht, sein privates Pariser Idyll zu bewahren – bis die Gestapo zuschlägt.
Schendel möchte zeigen, wie der Einzelne, auch wenn er noch so unauffällig zu leben versucht, durch die Ereignisse seiner Zeit geprägt, wenn nicht gar geschädigt wird. Es ist eine traurige Geschichte ... aber auf wundervolle und einfühlsame Weise erzählt.
(Anaïs Henssler, RZ, 21. 6. 02)

Ingeborg Kaiser (27. August, Kellertheater, Einführung Valentin Herzog, musikalische Gestaltung Benjamin Herzog) feiert anlässlich der ARENA-Jahresversammlung die Vernissage ihres neuesten Werkes "Ró?a und die Wölfe. Biographische Recherche zu Rosa Luxemburg". In dem facettenreichen Roman wird das Bild der vielgehassten und ebenso heftig bewunderten Revolutionärin aus der Perspektive einer modernen Frau kunstvoll und bestürzend lenbendig nachgezeichnet.
Ein Roman? Eine Biographie? Das Buch ist wohl beides, und zugleich mehr, etwas durchaus Eigenständiges und Neues, auch darum, weil es auf und mit drei Ebenen spielt ...
(Martin Zingg, BaZ, 29. 8. 02)

Roman Bucheli, Martin R. Dean und Alexandra Stäheli im Kritikergespräch (10. September, Lüschersaal im Haus der Vereine, Moderation Valentin Herzog). Unter dem provozierenden Titel "Tod eines Autors" diskutiert das prominent besetzte Podium über Martin Walsers umstrittenen Roman "Tod eines Kritikers", über die Frage, ob man "mit dem Antisemitismus spielen" darf und grundsätzlich über das ambivalente Verhältnis zwischen Autoren und Kritik.
Im Weiteren diskutierten die Podiumsteilnehmer allgemein über die Rolle und Aufgabe der Literaturkritik und das Verhältnis zwischen Literaturkritiker .. und Autoren. Und im Speziellen diskutierten sie über das Verhältnis von Martin Walser ... zum sich zum Literaturpapst ernannt habenden Marcel Reich-Ranicki ...
(Judith Fischer, RZ, 13. 9. 02)

Joachim Latacz (19. September, Wenkenhof, Einführung Thomas Wilhelmi) stellt dem ARENA-Publikum sein vielbeachtetes Buch "Troja und Homer" vor, berichtet über den aktuellen Stand der Ausgrabungsarbeiten in Troja und über die derzeit mit akademischem Ingrimm geführte Debatte über die historische Bedeutung der Stadt und des homerischen Epos.
Als Folge der Grabungen des Tübinger Archäologen Manfred Korfmann in Troja wurde das Thema Troja und Homer ... wieder aktuell. [...] Homers "Erzählsubstanz ist wohl mykenisch", sagt Latacz. Das wiederum macht die Schlussfolgerung zwingend: "Homer ist ernst zu nehmen."
(Nikolaus Cybinski, RZ, 27. 9. 02)

Katja Fusek (22. Oktober, Kellertheater, Einführung Valentin Herzog) liest aus ihrem ersten Roman "Novemberfäden", der von früher Entwurzelung (die in Prag geborene Autorin kam schon als junges Mädchen nach Basel), vom Fremdsein in der Fremde, vom Fremdwerden in der alten Heimat und vom schmerzlichen Verlust alter Beziehungen erzählt. Es war die allererste Lesung der jungen Autorin, deren Auftritt von der Basler Zeitung als "bemerkenswertes Debut" gefeiert wurde.
Wie Katja Fusek von dieser Liebe las, wurde nochmals klar, wie gut ihr zartes Vorlesen zur Geschichte passte. Das Publikum dankte mit einem langen, herzlichen Applaus.
(Judith Fischer, RZ, 25. 10. 02)

Emma Guntz (12. November, Kellertheater, Einführung Edith Lohner) liest an dieser vom KALEIDOSKOP organisierten Veranstaltung unter anderem aus ihrem Erinnerungsbuch "Hasen sterben lautlos".
In kurzen Texten lässt sie Erlebnisse aus ihrer Kindheit aufleben: das Heulen der Sirenen, die ersten Buchstaben, die Dorfschule im Ort der Grossmutter, der erhängte Soldat, den das Wort "Verräter" brandmarkt, die Eltern, die keine Fragen beantworten ... Schriftstellerisch am überzeugendsten war die Beschreibung ihrer sehr alten, kranken Mutter im Rollstuhl. Hier hat ihre Sprache die erbarmungslose Präzision, die dem Thema gerecht wird. Befreit von allem Reflektieren und Deuten entsteht ein Stück Prosawirklichkeit ...
(Nikolaus Cybinski, RZ, 15. 11. 02)

Paul Celan (21. November, Kellertheater, Einführung Lea Meier) war die letzte ARENA-Veranstaltung des Jahres gewidmet. Zusammen mit Laurent Charles (Kontrabass) und Ingeborg Poffet (Accordeon) rezitiert der Basler Schriftsteller Freddy Allemann Texte des grossen Lyrikers.
Auch später, als sich Freddy Allemann ... ins tönende Treiben einmischte, entstand nie der Eindruck einer "Lesung mit Musik". Die drei Stimmen standen gleichberechtigt nebeneinander, gingen aufeinander ein, fragend, antwortend, sich gegenseitig umschmeichelnd, um im nächsten Moment wild übereinander herzufallen und schliesslich temporeich und dramatisch in einem gemeinsamen Höhepunkt zu münden.
(Sibylle Meyrat, RZ, 29. 11. 02)


AKTUELL:

Dienstag, 29. März 2011
Alain Claude Sulzer stellt seinen neuen Roman "Zur falschen Zeit"
vor

Donnerstag, 14. April 2011
Bernadette Conrad stellt die bekannte amerikanische Erzählerin Paula Fox und ihr eben erschienenes Buch über diese hierzulande noch zu entdeckende Autorin vor


Arena Literatur-Initiative Riehen